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Linde kommt gut durch die Krise und erhöht die Gewinnprognose

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Der Industriegase-Weltmarktführer hält sich weiter sehr stabil in der Coronakrise. Der Umsatz sinkt im dritten Quartal nur leicht. Die Aktie legt zu.

Der weltgrößte Industriegase-Hersteller Linde steuert stabil durch die Coronakrise. Im dritten Quartal sanken die Umsätze um zwei Prozent auf knapp 6,9 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum zweiten Quartal bedeutete dies einen Anstieg um sieben Prozent. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr hob Linde erneut an.

Linde-Chef Steve Angel sprach von einem starken Quartal. Mit Blick nach vorne sei das Umfeld unsicher. Er vertraue aber auf das Geschäftsmodell und die Performance-Kultur des Unternehmens. Das bereinigte operative Ergebnis steigerte Linde im dritten Quartal im Jahresvergleich um neun Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Dies entsprach einer Umsatzrendite von 22,1 Prozent.

Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich um elf Prozent auf 2,15 Dollar. Im Gesamtjahr erwartet Angel hier nun einen Anstieg um vergleichbar zwölf Prozent auf 8,05 bis 8,10 Dollar je Aktie. Zuletzt hat er 7,60 bis 7,80 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr hatte Linde 7,34 Dollar je Aktie verdient.

Der Rivale Air Liquide, die Nummer zwei auf der Welt, hat im dritten Quartal einen Umsatzrückgang um knapp neun Prozent auf fünf Milliarden Euro hinnehmen müssen. Bereinigt um Währungsveränderungen und andere Sondereffekte betrug das Minus 0,9 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Quartal sprach Air-Liquide-Chef Benoît Potier von einer spürbaren Erholung.

Linde hat in der vergangenen Woche die personellen Weichen für die kommenden Jahre gestellt: Asien-Vorstand Sanjiv Lamba wird mit Beginn des neuen Jahres Chief Operating Officer. Damit steigt der Inder zum Kronprinzen von Vorstandschef Angel auf.

Linde-Aktie legt deutlich zu

Linde und Praxair hatten sich im vergangenen Jahr zum weltgrößten Gasehersteller zusammengeschlossen. Chef des neuen Konzerns wurde Praxair-CEO Angel. Im vergangenen Jahr kam Linde, das weiter im Dax notiert ist, auf gut 28 Milliarden Dollar Umsatz.

Sollte Lamba, der von der Linde-Seite kam, zum CEO aufsteigen, würde Angel den Board-Vorsitz von Wolfgang Reitzle übernehmen. Damit wäre die Balance im deutsch-amerikanischen Konzern wieder gewahrt.

Mit einer Marktkapitalisierung von deutlich mehr als 100 Milliarden Euro ist Linde nach SAP das zweitwertvollste Unternehmen in der obersten deutschen Börsenliga. Nach Vorlage der Quartalszahlen stieg die Aktie am Donnerstag zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent auf gut 208 Euro. In den vergangenen Tagen hatte sie bereits stark zugelegt.