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Lidl unterstützt Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel

Mit seinen Plänen für ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel zog sich Bundesernährungsminister Özdemir die harsche Kritik der Lebensmittelbranche zu. Doch nun bekommt der Grünen-Politiker Unterstützung einer Discounter-Kette.

Bundesernährungsminister Özdemir will Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten. (Symbolbild: Getty Images)
Bundesernährungsminister Özdemir will Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten. (Symbolbild: Getty Images) (PixelsEffect via Getty Images)

Als Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, seine Pläne vorgestellt hatte, künftig an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel zu verbieten, da lief die Lebensmittelindustrie Sturm gegen den Grünen-Politiker.

Doch nun meldete sich ein Unternehmen zu Wort, welches das Vorhaben von Özdemir aktiv unterstützen möchte. Überraschenderweise handelt es sich dabei um die deutsche Discounter-Kette Lidl.

WERBUNG

So gab Lidl-Deutschland-Chef Christian Härtnagel bekannt, dass das Unternehmen in Zukunft selbstverpflichtend auf Werbemaßnahmen verzichten möchte, die speziell an Kinder gerichtet sind. "Wir hoffen, dass dies für weitere Impulse in unserer Branche sorgt", sagte Härtnagel der "Welt am Sonntag".

Lidl unterstützt Özdemirs Werbeverbots-Pläne

Bei diesem selbst auferlegten Werbeverbot will es Lidl allerdings nicht belassen. Vielmehr will man das Gespräch mit den Lieferanten suchen und diese davon überzeugen, ihr Verpackungsdesign zu ändern, sollten darauf z.B. Comicfiguren für Süßigkeiten werben. Generell würde man es bei Lidl begrüßen, sollte die Industrie ihre Werbung einschränken.

"Wir ermutigen die Markenhersteller, ebenfalls auf die Ansprache von Kindern zu verzichten – so, wie wir es mit unseren Eigenmarken vormachen", erklärte Lidl-Einkaufschef Christoph Graf.

Cem Üzdemir: Werbeverbote für ungesunde Kinder-Lebensmittel geplant

Lidl gehe es mit diesem Vorstoß auch darum, die Chancengleichheit zu wahren, wenn künftig neben den neutraler gestalteten Eigenmarken Produkte in den Regalen stehen, die gezielt Kinder ansprechen.

Daher sei eine Mobilmachung der Lebensmittelverbände gegen die Werbeverbotspläne von Cem Özdemir nicht im Sinne von Lidl. Vor Feiertagen wie Halloween müsse sich der Discounter von seiner Selbstverpflichtung bisher noch ausnehmen, denn in diesen Fällen, sei die Konkurrenz bei Süßwaren einfach zu groß. Durch ein gesetzlich verankertes Werbeverbot würde sich dies ändern und die Situation wäre für alle Mitbewerber gleich.

Lidl will Aufmerksamkeit nun auf gesunde Lebensmittel richten

Strenge Gesetze zur Werbung für Süßigkeiten und Junk Food sind für Härtnagel auch kein Neuland. Er kennt diese bereits aus Großbritannien, wo er bis Anfang 2022 Chef von Lidl war. Und mit dem Werbeverbot auf der Insel scheint er positive Erfahrungen gemacht zu haben.

Lidl müsse auch nicht auf Kinder als Kunden verzichten. Vielmehr möchte man deren Augenmerk auf gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse richten. "Wir wollen das Positivmarketing für gesunde Lebensmittel ausbauen", so Härtnagel, der seinen Vorstoß ähnlich wie Özdemir sein geplantes Gesetzesvorhaben begründet.

"In der Kindheit wird der Grundstein für unsere Ernährungsweise gelegt. Es gehe um Verantwortung, nicht um wirtschaftliches Kalkül", so der Lidl-Deutschland-Chef.