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Lidl streicht Nestlé-Produkt aus dem Sortiment

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Beim Lebensmitteleinkauf sind Produkte von Nestlé stets präsent. Doch der Konzern gerät immer wieder wegen Umweltsünden in die Kritik. Lidl streicht nun ein Produkt des Herstellers vollständig aus dem Sortiment.

Das Logo des Discounters Lidl. (Bild: REUTERS/Regis Duvignau)
Das Logo des Discounters Lidl. (Bild: REUTERS/Regis Duvignau)

Mit über 2000 Marken im Lebensmittelbereich ist Nestlé der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt. Immer wieder wird das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz heftig kritisiert. Unfairer Handel, Regenwaldzerstörung und ungesunde Lebensmittel sind nur einige der Vorwürfe. Auch gegen die Wasserausbeutung von Nestlé wird immer wieder protestiert.

Jetzt scheint Lidl deshalb Konsequenzen zu ziehen, wie Watson berichtet. Demnach wird der Discounter ab Ende Oktober das Wasser der Nestlé-Marke Vittel nicht mehr verkaufen.

Lidl ist einer der wichtigsten Vertriebskanäle für Vittel

Laut dem Manager Magazin zählt Lidl zu den wichtigsten Vertriebskanälen für Vittel-Wasser in Deutschland. Nun befinde sich der Nahrungsmittelriese mit seinem viel kritisierten Mineralwasser offenbar auf dem Rückzug.

Auf Anfrage der Zeitschrift habe eine Sprecherin diese Information bestätigt. Der Vertrag laufe Ende Oktober 2021 "nach gemeinsamer Abstimmung" mit Lidl aus, so die Sprecherin. Gründe für den Verkaufs-Stopp sind bisher nicht bekannt, weder Lidl noch Nestlé habe dazu Angaben machen wollen.

Verhandlungen mit anderen Partnern

Ob es bereits Vertriebsoptionen mit anderen Handelspartnern gibt, ist dem Bericht zufolge ebenfalls unklar. Man werde mit weiteren Partnern im Rahmen der üblichen jährlichen Verhandlungen sprechen, so Nestlé gegenüber dem Magazin. Das könne sich über Wochen hinziehen.

Weltweit wird Nestlé im Zusammenhang mit dem Abpumpen von Trinkwasser immer wieder kritisiert. Das gilt auch für das aus dem französischen Ort Vittel stammende Mineralwasser, das bereits seit Anfang der 1990er-Jahre dort abgepumpt wird.

Grundwasserspiegel sinkt stetig

Anwohner und Naturschützer kritisieren, dass der Grundwasserspiegel durch die hohen Wasserentnahmen des Nahrungsmittelkonzerns kontinuierlich sinkt, wodurch der Ort nach und nach austrockne.

Nestlé weist den Vorwurf nicht von sich. "Wir pumpen mehr Wasser ab, als sich natürlicherweise regenerieren kann, wodurch der Grundwasserspiegel seit dreißig Jahren jedes Jahr ständig sinkt", sagte kürzlich der Leiter der örtlichen Nestlé-Fabrik, Ronan Le Fanic, dem ZDF.

Dem Bericht zufolge zeige sich der Nahrungsmittelkonzern jedoch uneinsichtig und beharre auf seinem Gewohnheitsrecht und den noch mindestens bis 2027 laufenden Verträgen.

„Wir sind dort für 25% der Entnahmen verantwortlich“

Auf seiner Webseite erklärt sich Nestlé zu dem Thema. Unter der Überschrift Unser Engagement in Vittel gibt das Unternehmen an, lediglich für ein Viertel der Wasserentnahmen in Vittel verantwortlich zu sein. „Nestlé Waters entnimmt drei Viertel ihrer Produktion von Quellen, wo so viel Wasser nachfliesst, dass der Grundwasserspiegel stabil bleibt. Nur für unsere Marke Vittel Bonne Source entnehmen wir Wasser aus der gleichnamigen Quelle, wo nicht genug Wasser nachfliesst. Wir sind dort für 25% der Entnahmen verantwortlich, Viertel entfallen auf andere Bezüger“, heißt es dort.

Dokumentarfilme über Nestlé

Nestlés Wassersparte wurde auch schon in Film-Projekten thematisiert. Bereits in 2009 erschien die Dokumentation Abgefüllt in dem Nestlé dafür kritisiert wird, ohne Rücksicht auf die Bevölkerung Wasser praktisch kostenlos abzupumpen und mit großem Gewinn weiterzuverkaufen. Auch die 2012 erschienene Kinofilm-Dokumentation Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser beschäftigte sich mit dem Verkauf von Trinkwasser.

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