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Libanon und Israel sprechen über Seegrenzen - 'keine Normalisierung'

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BEIRUT/TEL AVIV (dpa-AFX) - Im Streit um ihre gemeinsamen Seegrenzen wollen der Libanon und Israel miteinander verhandeln - eine Normalisierung in den Beziehungen der verfeindeten Nachbarn ist dabei aber nicht in Sicht. In den am Mittwoch geplanten Gesprächen gehe es nur um "technische Fragen", sagte der libanesische Präsident Michel Aoun am Dienstag. "Um es glasklar zu sagen: Es geht nicht darum, einen Friedensprozess oder eine Normalisierung zu schaffen", hieß es am Dienstag auch aus Quellen des israelischen Energieministeriums.

Die beiden Mittelmeerländer befinden sich offiziell noch immer im Krieg. An der gemeinsamen Landesgrenze kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der israelischen Armee und der schiitischen Hisbollah. Sie ist eng mit dem Iran verbündet und sieht in Israel einen Erzfeind. Der letzte Krieg zwischen der Hisbollah und Israel endete 2006.

Der Konflikt über die Seegrenzen dreht sich um eine Fläche von etwa 850 Quadratkilometer im Mittelmeer. Er hatte sich nach der Entdeckung von großen Mengen Erdgas-Ressourcen verschärft, die beide Staaten für sich beanspruchen. Von einer Bestimmung der Seegrenzen und der erhofften Erschließung von Erdgas erhoffen sich beide Seiten wirtschaftliche Vorteile. Die Gespräche unter US-Vermittlung sollen im UN-Büro im Ort Nakura im Süden des Libanons stattfinden.

Eine Annäherung darüber hinaus dürfte es nach Aussagen beider Seiten aber nicht geben. Nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrains mit Israel war zuletzt spekuliert worden, welche Länder im arabischen Raum folgen könnten. Außer den Emiraten und Bahrain unterhalten auch Ägypten und Jordanien diplomatische Beziehungen mit Israel.

Die internationale Grenze Israels und des Libanons führt entlang der sogenannten blauen Linie. Nördlich von ihr, im Südlibanon, wurde eine internationale Sicherheitstruppe mit UN-Mandat und Soldaten der libanesischen Armee stationiert, um den Frieden zu gewährleisten. Vorläufer der Grenzmarkierung waren die Waffenstillstandslinien nach dem Sechstagekrieg von 1967 und dem ersten Nahostkrieg von 1948/49.