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Leyen will Aufklärung über Arbeitsbedingungen bei Amazon

Nach einem kritischen TV-Bericht über die Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern beim Versandhändler Amazon hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Aufklärung gefordert. "Der Verdacht wiegt schwer, deswegen müssen jetzt so schnell wie möglich alle Fakten auf den Tisch", sagte sie.

Sie drohte der Leiharbeitsfirma, die mit Amazon zusammenarbeitet, mit Lizenzentzug. "Sollte die Sonderprüfung ergeben, dass an den Vorwürfen gegen die Leiharbeitsfirma etwas dran ist, dann steht die Lizenz auf dem Spiel", sagte sie der "Welt am Sonntag". Der Bericht der Sonderprüfer werde noch in dieser Woche vorliegen.

Eine ARD-Fernsehreportage über die Arbeits- und Lebensbedingungen von Leiharbeitern am Amazon-Standort im hessischen Bad Hersfeld hatte für Wirbel gesorgt. Die Saisonarbeiter sollen dem Bericht zufolge von privaten Sicherheitsdiensten schikaniert worden sein.

Das Sicherheitsunternehmen Hensel European Security Service räumte Kontrollen in Leiharbeiterunterkünften ein. Aufgabe sei es, "etwaige Konflikte" unter den Arbeitern zu vermeiden und das Hoteleigentum der Gastwirte "vor Diebstahl und Beschädigung zu schützen", heißt es in einer Presseerklärung. Beides sei in der Vergangenheit schon vorgekommen. Zugleich wehrte sich die Firma gegen weitere Vorwürfe. "Den Vorwurf, unser Unternehmen pflege rechtsradikale Ansichten oder unterstütze diese, weisen wir ... zurück", heißt es in der Erklärung.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) fordert Aufklärung vom Online-Versandhändler. "Selbstverständlich nehmen wir das Thema mit großer Aufmerksamkeit zur Kenntnis und legen Wert darauf, dass in Hessen ordnungsgemäße Arbeitsverhältnisse herrschen", sagte er der "Welt am Sonntag". "Wenn Missstände vorliegen, müssen diese aufgeklärt und abgestellt werden." Er sehe die Landesregierung jedoch nicht unter Zugzwang, zuständig sei die Bundesagentur für Arbeit.

Die Grünen forderten die Landesregierung hingegen auf, bei der Bundesagentur Überprüfungen anzustoßen. Angesichts der Bemühungen um die Anwerbung spanischer Facharbeiter müsse die Landesregierung untersuchen, unter welchen Bedingungen die Landsleute dieser Facharbeiter hier arbeiten, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen im hessischen Landtag, Kai Klose, der "WamS".

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will die Situation nutzen, um einen Tarifvertrag für die deutschen Amazon-Zentren durchzusetzen. "Wir stehen aktuell mit Amazon in Gesprächen und wollen Verhandlungen über einen Tarifvertrag beginnen", sagte der zuständige Verdi-Vertreter in Frankfurt, Heiner Reimann, der "WamS". Ein Abschluss wäre für Amazon als Arbeitgeber "ein Prädikat".

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