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Lewandowski "ist ein Irrer wie Ronaldo"

Lukas von Hoyer
·Lesedauer: 2 Min.

Robert Lewandowski sorgte gegen Frankfurt mit einem seltenen Wunsch für Aufsehen. Dieser ist ein Beleg für den Reifeprozess des Münchner Starstürmers.

Bayern-Coach Hansi Flick muss aus allen Wolken gefallen sein, als Robert Lewandowski mit einem ungewöhnlichen Wunsch an in herangetreten ist.

"Er hat sich angemeldet, dass er heute mal ausgewechselt werden will. Das ist eine Neuigkeit, die es vorher noch nicht gegeben hat", verriet Flick nach dem 5:0-Kantersieg gegen Eintracht Frankfurt. Diesen Wunsch erfüllte der Coach seinem Stürmerstar nach 68 Spielminuten - in denen Lewandowski drei Tore erzielt hatte.

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Lewandowski mit beeindruckendem Reifeprozess

Eigentlich ist der Pole dafür bekannt, dass er immer über die vollen 90 Minuten gehen will. Die neue Marschrichtung scheint zwei Gründe zu haben: Einerseits ein gewisser Reifeprozess, andererseits der besonders straffe Terminplan dieser Saison, der Corona-Pandemie geschuldet ist.

Lewandowski scheint auch im fortgeschrittenen Fußballeralter immer noch stärker zu werden. "Vor zwei, drei Jahren hatte der teilweise eine Körpersprache, wenn der Ball nicht zu ihm kam, hat er das sehr deutlich gemacht. Heute sagt er, mir macht es auch Spaß, Bälle aufzulegen", beschrieb SPORT1-Experte Marcel Reif im CHECK24 Doppelpass die Entwicklung des 32-Jährigen.

Cacau, der früher für die deutsche Nationalmannschaft stürmte und heute die Position des Integrationsbeauftragten beim DFB innehat, sieht das ähnlich: "Lewandowski spielt seit Jahren so, dass man sagt: Der kann nicht mehr besser werden. Doch er schafft es. Er kann im Moment mit rechts wie links Tore schießen. Er kann auch gut vorbereiten. Er ist nicht nur ein Torjäger, er kann auch mitspielen", sagte der 39-Jährige im CHECK24 Doppelpass.

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Reif: "Ein Irrer wie Ronaldo"

Genau dieses Funktion als Teamplayer spielt auch bei seiner Entscheidung mit, sich in Zukunft hin und wieder auswechseln lassen zu wollen. "Wir haben viele Spiele diese Saison, Champions League, Pokal, da braucht mich die Mannschaft auch, genau wie meine Spielweise", sagte Lewandowski nach der Partie gegen die Eintracht bei Sky.

Ewald Lienen, technischer Direktor beim FC St. Pauli, glaubt, dass eben jene Spielweise Lewandowski helfen wird, länger auf hohem Niveau zu agieren. "Zu seiner Arbeitsbeschreibung gehört nicht wie damals bei einem Mario Mandzukic, zum eigenen Sechzehner zurück zu rennen. Ich glaube nicht, dass seine individuelle Laufleistung so riesig ist, dass er in eine Krise kommt. Er hat auch gute Spieler um sich herum", sagte Lienen im CHECK24 Doppelpass.

Das Wissen darum gesellt sich beim "späten" Lewandowski zur überragenden sportlichen Klasse und einer famosen Einstellung. "Den kannst du unter normalen Maßstäben nicht betrachten", urteilt Reif. "Der ist ein Irrer wie Cristiano Ronaldo."