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Leuchtenhersteller Hess meldet Insolvenz an

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Villingen-Schwenningen (dapd). Beim Leuchtenhersteller Hess wird ein neuer Wirtschaftskrimi geschrieben: Das Unternehmen aus Villingen-Schwenningen teilte am Mittwoch mit, dass es zahlungsunfähig sei und Insolvenzantrag gestellt habe. "Trotz Ausschöpfung aller Alternativen waren wir gezwungen, sowohl für die Hess AG (Berlin: HEAG.BE - Nachrichten) als auch die Hess Lichttechnik GmbH wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag zu stellen", sagte der seit Januar amtierende Vorstand Till Becker am Mittwoch in Villingen-Schwenningen. Ziel sei es, Hess mit den Instrumenten der Insolvenzordnung zu sanieren.

Das Unternehmen war erst im vergangenen Oktober an die Börse gegangen. Im Januar warf Hess allerdings seine beiden Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler raus. Interne Recherchen hätten ergeben, dass in den Finanzberichten der Gesellschaft für die Jahre 2011 und 2012 nicht bestehende Umsatzerlöse ausgewiesen und die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage zu positiv dargestellt worden seien. Becker übernahm daraufhin die Führung.

Nach mehrwöchiger Prüfung ergab sich für den neuen Chef ein desaströses Bild. "Hess hat seit 2009 Jahr für Jahr mehr Geld ausgegeben als eingenommen", teilte das Unternehmen am Mittwoch weiter mit. Das Unternehmen brauchte dringend Geld, das aus weiteren Krediten und dem Börsengang kommen sollte. "Die von den ehemaligen Vorstandsmitgliedern angekündigte Strategie gründete auf Wachstumsprognosen, die sich als unrealistisch herausgestellt haben", konstatierte das Unternehmen nun nüchtern. Es drohe ein Verlust für 2013 von bis zu 12 Millionen Euro.

Selbst der Vater stimmte für Rauswurf von Christoph Hess

Unternehmens- und Familieninteressen seien miteinander verknüpft worden, lautet ein weiterer Vorwurf. Der Vater von Christoph Hess, Jürgen Hess, sitzt im Aufsichtsrat und hat laut Medienberichten den Rauswurf seines Sohns mitgetragen.

Das Unternehmen gibt Christoph Hess und Ziegler auch die Schuld am jetzt vollzogenen Schritt in die Insolvenz. "Der Hauptgesellschafter, die Hess Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG, hat in den letzten Wochen weder bestehende Forderungen der Hess AG und der Hess Lichttechnik GmbH beglichen noch ist er bereit, einen überobligatorischen Sanierungsbeitrag zu leisten", teilte das Unternehmen mit. Geschäftsführer der Grundstücksverwaltung sind Hess und Ziegler.

Der Leuchtenhersteller hatte eine Sonderuntersuchung wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation gegen die beiden ehemaligen Vorstände eingeleitet. "Die derzeit vorliegenden Verdachtsmomente konnten bislang nicht entkräftet werden, sie erhärten sich vielmehr." Wegen des Sachverhalts drohen Hess nach eigener Einschätzung Anlegerklagen.

Inzwischen hat auch die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Mannheim die Ermittlungen übernommen. Gegen zwei Beschuldigte richteten sich die Ermittlungen wegen Kapitalanlagebetrug und unrichtiger Bilanzdarstellung, sagte eine Sprecherin. Drei weitere würden der Beihilfe beschuldigt. Die Namen wollte die Sprecherin nicht nennen. Nach "Handelsblatt"-Informationen handelt es sich bei den beiden Hauptbeschuldigten um Hess und Ziegler.

dapd

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