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Lego kann seinen Umsatz 2019 steigern – und verdient besser

Der Klötzchenproduzent trifft den Geschmack der Kunden wie noch nie. Der Lego-Konzern verspricht daher weiteres Wachstum – trotz des Corona-Virus.

An den langfristigen Wachstumsplänen des Herstellers ändert auch die Virus-Krise nichts. Foto: dpa

Die Bauklötze von Lego sind rund um den Globus begehrt wie noch nie in der fast 90-jährigen Geschichte der Marke. Der Umsatz des Familienunternehmens ist vergangenes Jahr um sechs Prozent auf umgerechnet 5,15 Milliarden Euro gestiegen. Unterm Strich blieben 1,1 Milliarden Euro übrig, ein Plus von drei Prozent gegenüber 2018. Das teilten die Dänen an diesem Mittwoch mit.

„Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis“, sagte CEO Niels Christiansen am Firmensitz im dänischen Billund. Lego habe sich besser entwickelt als die Spielwarenindustrie insgesamt, das Label sei in allen großen Märkten gewachsen. In Amerika und Westeuropa sei es einstellig nach oben gegangen, in China zweistellig.

Die Volksrepublik ist zwar der größte Wachstumsmotor für Lego, angesichts der Auswirkungen des Coronavirus in diesem Jahr aber womöglich auch das größte Risiko für den Aufschwung. 150 Läden habe Lego vergangenes Jahr eröffnet, mehr als die Hälfte davon in China.

Insgesamt komme die Marke dort nun auf 140 Geschäfte, darunter ein sogenannter Flagship-Store in der Hauptstadt Peking. So dynamisch soll es auch weiter gehen, unterstrich Christiansen. Bisher seien die Skandinavier in 35 Metropolen in China vertreten, zum Jahresende sollen es 50 sein. „Wir werden in China weiter investieren“, unterstrich der Manager.

Inwiefern sich die Corona-Epidemie dieses Jahr auf das Geschäft von Lego auswirken werde, lasse sich jetzt noch nicht sagen, beteuerte Christiansen. „Es ist zu früh, das zu beurteilen.“ An den langfristigen Wachstumsplänen ändere sich trotz der Virus-Krise nichts. Ziel von Lego sei es, auch in diesem Jahr wieder einstellig zuzulegen.

Schwieriges Marktumfeld

Ein Plus in dem umkämpften Spielzeuggeschäft ist nicht selbstverständlich. Der fränkische Konkurrent Playmobil etwa kämpft mit sinkenden Erlösen. Auch Simba-Dickie, Deutschlands größter Spielwarenproduzent, kam vergangenes Jahr organisch nur auf rund ein Prozent Umsatzplus.

„Bedenkt man, dass wir in einem weiterhin sehr schwierigen Marktumfeld mit Krisen in vielen Ecken der Welt arbeiten, ist diese Entwicklung als großer Erfolg zu werten“, urteilte zu Jahresbeginn Manfred Duschl, der Finanzchef von Simba-Dickie.

Dieses Jahr setzt Lego große Hoffnungen in die neue Kollektion „Dots“. Dabei geht es vor allem um Design: Mit den kleinen, bunten Bausteinen kann der Nachwuchs Armbänder, Fotowürfel oder Stiftehalter gestalten. Christiansen glaubt, dass Lego damit auch in die Bastelabteilungen der Warenhäuser einziehen und damit einen ganz neuen Bereich erschließen könnte.

Lego werde auch die Verbindung der Bausteine mit moderner Technik voran treiben, kündigte der CEO an. Vorbild dafür ist „Hidden Side“ – eine Geisterjagd, bei der Christiansen klassische Modelle aus Legosteinen mit dem Smartphone verknüpft. Über die sogenannte erweiterte Realität können die Kinder mit räumlich weit entfernten Freunden spielen.

Wenn es nach Christiansen geht, wird künftig auch der Nachwuchs in Indien häufiger zu den Klötzchen greifen. Dort werde der Konzern in diesem Jahr das erste eigene Büro eröffnen. Und auch der Nahe Osten sowie Nordafrika seien interessante, noch weitgehend unerschlossene Märkte.

Dass Lego die Kinderzimmer in neuen Regionen erobern werde, daran besteht für Christiansen kein Zweifel. Lego sei aus drei Gründen erfolgreich: Das Spielzeug mache Spaß, es sei lehrreich und sicher. Eine Kombination, die übrigens auch bei Erwachsenen ankommt. Die Technic-Serie mit zum Teil mehrere Hundert Euro teuren Modellen gehört zu den Bestsellern im Programm.