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LBBW bleibt auf Schrumpfkurs

Stuttgart (dapd). Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat ihren von der Europäischen Union verordneten Schrumpfkurs fortgesetzt. Die größte deutsche Landesbank erreichte nach neun Monaten eine Bilanzsumme von 368,8 Milliarden Euro, wie das Institut am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Das sind 1,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig schrumpften die Risikopositionen nach Firmenangaben um 7,7 Prozent auf 99,4 Milliarden Euro.

Unter dem Strich verblieb ein um knapp 15 Prozent verbessertes Konzernergebnis von 281 Millionen Euro, vor allem wegen deutlich geringerer Steuerzahlungen. Operatives Ergebnis und Vorsteuerergebnis lagen dagegen unter Vorjahresniveau.

Die Rückgänge sind auch das Ergebnis der Neuorientierung des Instituts auf regionale Privat- und Unternehmenskunden. "Dadurch sind wir weniger anfällig für Schwankungen an den Kapitalmärkten", sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter. Vor allem das Geschäft mit Unternehmenskunden fuhr das Institut deutlich zurück. Das Vorsteuerergebnis in dem Bereich sank von 1,12 Milliarden Euro auf 565 Millionen Euro.

Die LBBW musste aber auch rückläufige Erträge durch ein niedriges Zinsniveau hinnehmen. Das Zinsergebnis sank deutlich von 1,77 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,59 Milliarden Euro. Auch das Provisionsergebnis gab nach, weil sich die Kunden mit Wertpapiergeschäften derzeit spürbar zurückhalten. Dennoch erwartet die Landesbank am Jahresende ein Ergebnis über Vorjahresniveau. "Die LBBW sieht die Chance, dass sich die Lage an den Kapitalmärkten allmählich stabilisiert, und geht davon aus, dass die Realwirtschaft in Deutschland in diesem Jahr moderat wächst", hieß es.

Die Bank sieht sich mit ihrer Restrukturierung im Plan und erwartet, den Umbau bis Jahresende weitgehend abgeschlossen zu haben. Dazu trennte sie sich von weiteren Beteiligungen, unter anderem an der Wüstenrot & Württembergische AG. Bis Jahresende soll auch der geplante Abbau von 2.300 Stellen abgeschlossen sein. Ende September arbeiteten mit 11.587 Mitarbeitern 644 Menschen weniger für die Landesbank als zum Jahresanfang 2012.

Die LBBW war in der Finanzkrise 2009 mit einer Kapitalspritze der Gesellschafter - Land, Stadt Stuttgart und Sparkassen - in Höhe von fünf Milliarden Euro gerettet worden. Die EU genehmigte die Hilfen unter der Bedingung, dass die Landesbank erheblich verkleinert wird.

dapd