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Lawrow: Russland will Beziehungen zu Brüssel überdenken

·Lesedauer: 1 Min.

MINSK (dpa-AFX) - Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat angekündigt, dass sein Land die Beziehungen zur Europäischen Union überdenken wolle. "Wir wollen klären, ob es sich überhaupt lohnt, mit den Brüsseler Strukturen zu tun zu haben, solange sie auf die derzeitige Art arbeiten", sagte Lawrow am Donnerstag bei einem Arbeitsbesuch bei seinem belarussischen Kollegen Wladimir Makej der russischen Agentur Interfax zufolge. "Der Grund liegt im unpartnerschaftlichen und unfreundschaftlichen Verhalten einer Reihe von EU-Staaten, die die Zustimmung der gesamten Europäischen Union bekommen", erklärte Lawrow nach dem Treffen in Minsk. Russland stört sich an den zunehmenden Sanktionen der EU und hält diese für eine unrechtmäßige Einmischung in seine Belange.

Auch Belarus ist seit der umstrittenen Präsidentenwahl im August auf Konfrontationskurs mit Europa. Außenminister Makej erklärte der Staatsagentur Belta zufolge, Belarus werde jede Zusammenarbeit mit dem Europarat beenden, sollte dieser weiter "ohne die Zustimmung von Belarus irgendwelche Entscheidungen über Zusammenarbeitsprogramme treffen". Der Europarat ist kein Organ der EU.

Die EU erkennt Lukaschenko nach der weithin als gefälscht eingeschätzten Präsidentenwahl nicht mehr als Präsidenten an - und hat Sanktionen gegen ihn und seine Spitzenfunktionäre verhängt. Minsk kündigte mehrfach Reaktionen auf die Strafmaßnahmen der EU an.