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Langfristig investieren ist nicht „für immer halten“

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.
Börsencrash

Langfristig investieren ist bei Aktien genau die richtige Strategie. Da sind sich alle einig.

Doch was genau bedeutet langfristig? 10 Jahre? 50 Jahre?

Börsenlegende Warren Buffett würde vermutlich sagen: „Für immer!“ Aber sollte man diese Einstellung tatsächlich in seine persönliche Anlagestrategie integrieren?

Sollte man nicht. Vergiss „für immer halten“. Langfristig ist dann vorbei, wenn du deine Ziele erreicht hast.

Wer „für immer“ halten will, braucht keine Aktien

Dehnt man die Zeitachse nur weit genug aus, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit für jeden auf null. Dieses schamlos kopierte Filmzitat skizziert das Dilemma des langfristigen Investierens perfekt.

Zudem ist Zeit für jeden relativ. Fünf Jahre waren in meiner Kindheit eine Ewigkeit. Mit zunehmendem Alter wurde die Ewigkeit plötzlich zweistellig – und zwar großzügig.

Doch eine Sache ist klar: Irgendwo zwischen jetzt und dem Tod muss das langfristige Investieren ein Ende haben. Nur wann genau?

Wer „für immer“ halten will, der braucht streng genommen keine Aktien. Der kann auch einfach auf das Erbe von Verwandten spekulieren, die irgendwann zwischen jetzt und „für immer“ das Zeitliche segnen werden.

Langfristig investieren und Zinseszins kassieren

Auch Börsenlegenden scheinen das langfristige Investieren ziemlich frei zu interpretieren. Warren Buffett predigt gerne das „für immer halten“, hält sich oft aber selbst nicht daran.

Ja, manche Aktien hat Buffett seit Jahrzehnten im Portfolio. Andere müssen allerdings genauso schnell wieder gehen, wie sie gekommen sind.

Doch unrecht hat Buffett deshalb nicht. Der Hinweis, bitte langfristig zu investieren, ist allerdings mehr als Warnung und nicht als konkrete Anlagestrategie zu verstehen.

Eine Warnung vor einem Aktienmarkt, der kurzfristig in jede Richtung übertreiben kann. Der heiß ersehnte Zinseszinseffekt entfaltet sich bei den guten Geschäftsmodellen allerdings erst nach einiger Zeit. Wer diese süßen Gewinne nicht verpassen möchte, muss langfristig investieren. Komme, was wolle.

Langfristig ist für mich maximal fünf Jahre

Wenn ich eine Aktie langfristig halten möchte, dann denke ich immer an einen Zeitraum von maximal fünf Jahren. Innerhalb dieser Zeit sollte das Geschäftsmodell meiner Wahl den Markt meiner Wahl weitestgehend erobert haben.

Manche Unternehmen sind da deutlich schneller. Manchmal sind meine Kursziele schon nach weniger als drei Jahren abgearbeitet.

Ich investiere langfristig. Und zwar so lange, bis die Aktie meiner Wahl die von mir gesteckten Ziele erreicht hat. Oder bis eindeutig erwiesen ist, dass die Aktie meiner Wahl die von mir gesteckten Ziele garantiert niemals erreichen wird.

Wer eine Aktie für immer halten will, hat entweder unrealistische Ziele oder zu viel Zeit. Letzteres kann es nicht sein. Denn langfristig sind wir alle tot.

Der Artikel Langfristig investieren ist nicht „für immer halten“ ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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