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Kurs der Deutschen Bank steigt trotz Milliardenverlust

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Frankfurt/Main (dapd). Ungeachtet eines Verlusts in Milliardenhöhe im letzten Quartal hat die Aktie der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) zu Handelsstart am Donnerstag zugelegt. Mit einem Plus von mehr als zwei Prozent gehörte das Papier am Morgen zu den größten Gewinnern im DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) .

Deutschlands größtes Geldhaus hatte von Oktober bis Dezember unter dem Strich einen Verlust von 2,2 Milliarden Euro gemacht. Damit fiel das Minus deutlich höher aus als von Experten erwartet. Der Konzernumbau und Rechtsstreitigkeiten kosteten die Bank nach eigenen Angaben mehrere Milliarden.

Im Gesamtjahr brach der Gewinn nach Steuern gegenüber 2011 um 3,6 Milliarden auf 700 Millionen Euro ein. Während sich das Bankgeschäft selbst positiv entwickelte, stiegen die Sonderaufwendungen enorm an. Allein die Anwalts- und Prozesskosten schlugen mit 1,6 Milliarden Euro zu Buche.

Die Deutsche Bank hatte zuletzt gleich mehrfach Ärger mit der Justiz: So wird sie des Umsatzsteuerbetrugs und der Zinsmanipulation verdächtigt. Außerdem verlor das Institut im Dezember den Rechtsstreit mit den Erben des verstorbenen Medienmanagers Leo Kirch. Eine Schadenersatzzahlung in Milliardenhöhe droht. Die genaue Summe muss das Oberlandesgericht München aber noch festlegen.

Außerdem belastete die Integration der Postbank weiter die Bilanz. Bereinigt um Sondereffekte steigerte die Bank ihren Vorsteuergewinn von 4,9 Milliarden Euro. Die Erträge legten 2012 gegenüber dem Vorjahr leicht um 500 Millionen auf 33,7 Milliarden Euro zu.

Die beiden Vorstandsvorsitzenden, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, sprachen von der "umfassendsten Umgestaltung der Deutschen Bank in der jüngeren Zeit". Sie wollen die Kosten in der Bank bis 2015 um jährlich 4,5 Milliarden Euro reduzieren. Vor allem im Investmentbanking werden zahlreiche Arbeitsplätze gestrichen.

"Wohlüberlegter, aber manchmal unbequemer Wandel"

"Mit der Initiierung der Strategie '2015+' im September haben wir einen wohlüberlegten, aber manchmal unbequemen Wandel auf den Weg gebracht, um langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein", sagten Fitschen und Jain. "Gleichzeitig haben wir einen grundlegenden kulturellen Wandel in der Bank eingeleitet. Diese Aufgabe wird uns nicht nur die nächsten Monate, sondern über Jahre hinweg beschäftigen."

Die ersten Ergebnisse des Umbaus nannten sie "ermutigend". Die Kernkapitalquote sei deutlich erhöht worden, außerdem hätten die Geschäftsbereiche "starke operative Ergebnisse" erzielt.

Wegen des Gewinneinbruchs müssen die Mitarbeiter mit deutlich niedrigeren Bonuszahlungen als in der Vergangenheit rechnen. Die variable Vergütung für das Gesamtjahr verringerte sich im Verhältnis zu den Erträgen auf neun Prozent und fiel damit auf den tiefsten Stand seit langem, wie die Bank mitteilte. Die Dividende will die Deutsche Bank jedoch konstant halten bei 0,75 Euro je Aktie.

Als mögliche Gründe für den Kurssprung führte Analyst Stefan Bongardt von Independent Research die Bilanzbereinigung an. Zahlreiche Risiken seien damit abgeschrieben. Außerdem sei die Kapitalbasis weiter aufgebaut worden.

dapd