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Kunst: Schwanenwerder: „Ein wahrhaft inspirierender Ort“

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Berlin. Als Gabriele Stötzer zum ersten Mal die Tür zum Künstlerhaus auf Schwanenwerder aufschloss und in das offene Atelier trat, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Durch die großen Glasscheiben sah sie die Wellen der Havel und überall kleine und große Segelboote. „Ich habe den Blick gesehen und angefangen, zu weinen“, sagt die Künstlerin. Nie habe sie gedacht, dass ihr so etwas Schönes widerfahren könnte.

Es gab Monate, da hat sie überhaupt keinen Himmel gesehen. In der DDR saß Gabriele Stötzer 1977 wegen Staatsverleumdung ein Jahr lang im Frauenzuchthaus Hoheneck, mit 30 Frauen in einem „Verwahrungsraum“, Mörderinnen, Bankräuberinnen, Schlägerinnen, drei Betten übereinander. „Diese Zeit hat mir den Schleier weggezogen“, sagt die 67-Jährige. Und den Blick geschärft für die Kraft und Leidenschaft von Frauen, für die Kunst und die Gerechtigkeit. Und für die schönen Momente im Leben, wie ihre Zeit auf Schwanenwerder.

Stiftung fördert das Projekt „Künstlerinnen in residence“

Während sie von ihren ersten Eindrücken erzählt, sitzt sie in ihrem Sessel, der mittlerweile ihr Stammplatz geworden ist – mit Blick auf das Wasser. Die Künstlerin aus Erfurt ist nach der Lyrikerin und Bildhauerin Monika Müller-Klug aus Niedersachsen die zweite Stipendiatin an der Inselstraße 2a.

Genau vor einem Jahr wurde das Künstlerhaus auf Schwanenwerder im Beisein von 200 Gästen eröffnet. Hier können Künstlerinnen aus aller Welt leben und arbeiten und ihre Werke öffentlich ausstellen. Für die Förderung des internat...

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