Deutsche Märkte schließen in 6 Stunden 56 Minuten

Nach dem Krypto-Absturz: Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin will, dass Terra-Besitzer durch "koordiniertes Mitgefühl" entschädigt werden

Ethereum-Gründer Vitalik Buterin während der TechCrunch Disrupt London am 8. Dezember 2015 in London, England.
Ethereum-Gründer Vitalik Buterin während der TechCrunch Disrupt London am 8. Dezember 2015 in London, England.

Am vergangenen Mittwoch zog der spektakuläre Crash von TerraUSD den gesamten Krypto-Markt mit runter. Der Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin verlangt nun, dass die Besitzer des Stablecoins Terra und seines Schwester-Tokens Luna entschädigt werden.

TerraUSD erreichte Mitte der vergangenen Woche einen historischen Tiefststand von 0,30 US-Dollar und die Schwester-Kryptowährung Luna stürzte um über 97 Prozent ab. Stablecoins sollen, wie der Name schon erahnen lässt, heftige Kursschwankungen wie bei anderen Kryptowährungen eigentlich umgehen, da sie an eine Leitwährung, in diesem Fall an den US-Dollar, gekoppelt sind. Vergangene Woche ist aber genau das passiert, was eigentlich nicht passieren sollte – ein Crash. Analysten bezeichneten die Rückgänge als „Todesspirale“, da Terra und Luna den gesamten Markt mit nach unten rissen.

Während sich die Stablecoin-Community noch in Schockstarre befand, erkundigte sich Vitalik Buterin auf Twitter nach der Meinung betroffener Krypto-Anleger. „Wenn Terra sich nur auf die ‚ärmsten‘ 99,6 Prozent der Wallets konzentrierte, dann könnten sie diese gigantische Gruppe einfach zu 100 Prozent kompensieren“, schrieb ein User. Buterin retweetete den Post am Samstag und sprach der Idee seine volle Unterstützung zu.

„Entschädigung für den durchschnittlichen UST-Kleinanleger, der von einem Influencer etwas Albernes über '20 Prozent Zinsen auf einen US-Dollar' erzählt bekommen hat, persönliche Verantwortung und Beileid für die Wohlhabenden“, schrieb Buterin.

Der Gründer der zweitgrößten Kryptowährung spielte auf das Eingreifen der US-Regierung an und sagte, dass die FDIC-Versicherung, also die Einlagensicherung in den USA, ein „offensichtlicher Präzedenzfall“ für die Entschädigung von Menschen sei, die Geld verloren hätten. Er sprach von einer Sicherung in Höhe von 250.000 Dollar Vermögen pro Person.

Zudem verwies er auch auf eine separate Regel in Singapur. „Ein interessanter, nicht damit zusammenhängender [Präzedenzfall] ist das Arbeitsrecht in Singapur“, schrieb er in einem Tweet. Demnach gibt es dort stärkere Regulierung für gering verdienende Angestellte und weniger Regulierung für wohlhabende Anleger, so zumindest stellte es der Krypto-Unternehmer dar. Für eine stärkere Regulierung des Sektors grundsätzlich sprach er sich allerdings nicht eindeutig aus.

In der Zwischenzeit hat der Terra-Luna-Gründer Do Kwon einen umfangreichen Plan zur Rettung der Blockchain vorgelegt. In einem Twitter-Thread am Montag schrieb er, er wolle das Blockchain-Netzwerk wiederherstellen. Erst sollten alle Besitzer von Terra und Luna, die ihr Vermögen verloren haben, entschädigt werden. Dann schlug Kwon die Abspaltung der TerraUSD-Blockchain in eine neue Kette mit einer neuen Terra-Münze vor, die nicht an den Dollar gekoppelt ist. TerraUSD würde danach als Terra Classic weiter existieren.

Dieser Artikel wurde von Lara Hansen aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.