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Kritik an Maskenregeln für Pflegeheimbewohner

BERLIN (dpa-AFX) -Seniorenvertreter und Patientenschützer haben die ab 1. Oktober geltenden FFP2-Maskenregeln für Pflegeheimbewohner kritisiert. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei "absurd", pflegebedürftigen Menschen einen Mund-Nasen-Schutz zu verpassen und das politisch als Pandemieschutz zu verkaufen. "Statt Maskenpflicht für alle im Pflegeheim braucht es ein tägliches, kostenloses Testregime für Mitarbeiter und Besucher."

"Für Menschen in Pflegeheimen bedeutet die FFP2-Maskenpflicht einen erheblichen Einschnitt in ihre Lebensqualität", sagte die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (Bagso), Regina Görner der dpa. "Das Pflegeheim ist ihr Zuhause, in dem sie sich dann nicht mehr ohne Maske frei bewegen können."

Die von Bund und Ländern beschlossenen neuen Corona-Regeln ab 1. Oktober sehen vor, dass in Kliniken und auch Pflegeeinrichtungen grundsätzlich FFP2-Masken getragen werden müssen. "In den für ihren dauerhaften Aufenthalt bestimmten Räumlichkeiten" müssen die Bewohner dies laut Infektionsschutzgesetz nicht tun. Nach Ansicht der Seniorenvertreter und der Stiftung Patientenschutz bedeutet das, dass sie die Maske nur in ihrem Zimmer ablegen dürfen.

Wege etwa zum Essensraum oder eine Teilnahme an Freizeit- und Beschäftigungsangeboten seien nur mit Mund-Nasen-Bedeckung möglich, kritisiert die Bagso. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum solche drastischen Eingriffe trotz eines hohen Schutzniveaus in der stationären Pflege durch regelmäßige Testungen und hohe Impfquoten sowie verbesserten medizinischen Versorgungsmöglichkeiten erfolgen sollen." Görner rief die Gesundheitsminister der Länder dazu auf, alle Möglichkeiten zu nutzen, um eine Maskenpflicht für die Bewohner von Pflegeeinrichtungen zu verhindern.

Brysch appellierte an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), "seinen Fehler bei der Maskenpflicht für Pflegebedürftige in den Heimen" zu beenden. Es müsse auf humane und wirksame Konzepte gesetzt werden. "Schließlich gilt es, der Hochrisikogruppe ein würdiges Leben mit dem Virus zu ermöglichen."