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Kritik an geplanter Nutzung von Hitlers Geburtshaus als Polizeiinspektion

Der Diktator habe sich eine "administrative Nutzung" des Gebäudes gewünscht, so der Dokumentarfilmer Günter Schwaiger unter Berufung auf einen Artikel vom 10. Mai 1939.

"Genau das, was Hitler wollte"

Die Zeilen in der Zeitung "Neue Warte am Inn", in der Hitler an dem Standort angeblich Büros der Kreisleitung platziert sehen wollte, waren bei Recherchen zu Schwaigers Dokumentarfilm "Wer hat Angst vor Braunau?" vom Historiker Florian Kotanko gefunden worden. Es sei eine "Ironie der Geschichte", dass der Wille von Adolf Hitler (1889-1945) nun in gewisser Weise in Erfüllung gehe, so Kotanko.

Die aktuellen Pläne entsprächen im Prinzip damit den Wünschen des Diktators. "Das ist genau das, was Hitler wollte", so Schwaiger. "Wenn wir eine Entscheidung zu dem Haus treffen, dann muss dies auf jeden Fall eine Entscheidung sein, die nichts mit Adolf Hitler, die nichts im Geringsten etwas mit seiner Willensäußerung zu tun hat."

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Der Umbau von Hitlers Geburtshaus stockt seit Jahren. 2017 wurde es enteignet, um zu verhindern, dass es zu einer Pilgerstätte für Neonazis wird.

Auf einem Felsen erinnert eine Inschrift an die Opfer des Nationalsozialismus. Hitler hatte seine ersten Lebensmonate in dem Gebäude verbracht, es ist seit der Enteignung im Besitz der Republik Österreich.

"Polizei agiert heute auf demokratischer Grundlage"

Der Historiker Oliver Rathkolb, Mitglied der Kommission zum Umgang mit dem Geburtshaus Hitlers, sagte der "Kronen Zeitung": "Da es sich lediglich um eine Zeitungsmeldung handelt, ist nicht belegt, dass es diese angebliche Aussage Hitlers wirklich gab."

Ein Vergleich gehe ohnehin völlig daneben, da die Polizei heute auf einer demokratischen und rechtsstaatlichen Grundlage agiere. Das Innenministerium verwies auf Anfrage auf eine Stellungnahme vom Juli: Österreich stehe nicht allein dar, hieß es. "So beherbergt etwa eine ehemalige Wohnung Adolf Hitlers am Münchner Prinzregentenplatz bereits seit 1949 verschiedene Dienststellen der bayrischen Polizei." Die Neugestaltung werde wie geplant umgesetzt.

In seinem Dokumentarfilm, der am 1. September in 30 österreichischen Kinos anläuft, lässt Schwaiger zahlreiche Bürger der Stadt zu Wort kommen. Sie berichten unter anderem über die abfälligen Reaktionen, wenn sie im Gespräch mit anderen ihre Heimatstadt erwähnen.

Die Kommune als "Nazi-Stadt" zu verunglimpfen sei bequem, weil es den Rest Österreichs zu entlasten scheine, sagte Schwaiger. "Die eigentliche Angst ist, dass wir uns mit unserer eigenen Familiengeschichte auseinandersetzen", so der Filmemacher. Ein Großteil der Menschen in Österreich stamme von Täter, Mitläufern und Duldern des NS-Regimes ab. "Das Schweigen ist auch heute noch da."