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Kriselnde Air Berlin verschafft sich mehr Geld

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Berlin (dapd). Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hat sich für ihren Sanierungskurs ein dickeres Finanzpolster zugelegt. Eine Wandelanleihe brachte Deutschlands zweitgrößter Airline am Mittwoch 140 Millionen Euro frisches Geld in die Kasse, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte. Das Geld will Air Berlin (Xetra: AB1000 - Nachrichten) für die Stärkung der Finanzen und "für allgemeine Unternehmenszwecke" nutzen. Großaktionär Etihad Airways, der dem kriselnden Partner immer wieder mit Finanzspritzen geholfen hat, zeichnete dabei entsprechend seinem Aktienanteil 29,2 Prozent der Anleihe.

An der Börse kam der erneute Hilferuf von Air Berlin nicht gut an. Die Aktie büßte zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent ein. Die Anleihe, die über sechs Jahre läuft, war wegen der hohen Nachfrage von 120 auf 140 Millionen Euro aufgestockt worden. Air Berlin wertete das große Interesse als Beweis für das Vertrauen der institutionellen Investoren in das Sanierungsprogramm der Fluggesellschaft.

Der Lufthansa-Konkurrent Air Berlin hatte nach vier verlustreichen Jahren 2012 erstmals wieder einen Gewinn gemacht. Unter dem Strich blieb ein Plus von 6,8 Millionen Euro. Auch dabei hatte allerdings die arabische Etihad mit dem Kauf des Vielfliegerprogramms von Air Berlin kräftig geholfen. Etihad aus Abu Dhabi war Ende 2011 bei Air Berlin eingestiegen und hatte dem deutschen Partner damit finanziell Luft verschafft.

Air Berlin leidet unter der Konkurrenz durch Billigflieger, hohen Kosten für Flugbenzin und dem zu rasanten Wachstum der Anfangsjahre. Die Fluggesellschaft hatte Ende 2012 noch gut 770 Millionen Euro Schulden und ein Eigenkapital von 130 Millionen Euro. Mit einem harten Schrumpfkurs, dem jeder zehnte von 9.300 Arbeitsplätze zum Opfer fallen soll, steuert Air Berlin gegen die Krise an.

dapd