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Krise hat Europa voll im Griff: So gehst du jetzt am besten vor

Börsenkorrektur
Börsenkorrektur

Das musst du wissen über die letzte Börsenwoche

Die Krise ist noch lange nicht vorbei. Die Aktienmärkte legten in der vergangenen Woche weiter zu, weil die Inflationsrate in den USA stärker als erwartet zurückging. Finanz- und Immobilienwerte begannen sich nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten besser zu entwickeln. Technologiewerte, die in den letzten Wochen eine überdurchschnittliche Performance gezeigt hatten, gerieten jedoch ins Hintertreffen. Energie-Aktien fielen ebenfalls, da der Rohölpreis die ganze Woche über im Bereich zwischen 90 und 100 US-Dollar blieb. Viele Unternehmen meldeten ihre Umsätze und Gewinne für das vergangene Quartal. Insbesondere Disney (WKN: 855686) konnte dabei überzeugen.

Quelle: TIKR.com

Makroökonomisch geht es hoch her

Wir haben einige schlechte Nachrichten. Vornehmlich Europa und Großbritannien stehen vor düsteren Wirtschaftsaussichten mit rekordhoher Inflation und sinkenden Wachstumsraten.

Ähnlich wie die USA haben sie eine lange Liste von Problemen zu bewältigen. Die Prognosen für das BIP-Wachstum in der Eurozone sind rückläufig. Und für das Vereinigte Königreich erwarten die Experten bis Ende des Jahres eine Rezession. Gleichzeitig sehen sich die Europäische Zentralbank und die Bank of England gezwungen, die Zinssätze so schnell wie seit zehn Jahren nicht mehr zu erhöhen. Damit versuchen sie, die rekordhohe Inflation zu senken. Ferner dauert der Krieg in der Ukraine an, während der Kontinent mit einer Dürre und Hitzewellen zu kämpfen hat.

Befindet sich Großbritannien bereits in einer Rezession?

Das hängt ganz davon ab, wen du nach seiner Definition fragst. Im Falle Großbritanniens geht die Bank of England davon aus, dass die Wirtschaft im vierten Quartal in eine Rezession eintreten wird. Währenddessen sagt das National Institute of Economic and Social Research, dass sich das Land bereits heute in einer Rezession befindet.

Unabhängig von der genauen Definition ist die Kombination aus einem Wachstum von unter 1 %, einer Inflation von über 8 % und steigenden Zinssätzen keine gute Kombination. Der nächste britische Premierminister wird eine schwierige Aufgabe zu bewältigen haben. Und die beiden Anwärter auf das Amt sind unterschiedlicher Meinung darüber, wie sie die Aufgabe angehen sollen. Rishi Sunak möchte der Inflation Vorrang einräumen, während Liz Truss Steuersenkungen vorschlägt, um das Wachstum anzukurbeln. Mehr Klarheit werden wir erst nach dem 2. September erhalten. Dann stimmen die Abgeordneten der Konservativen Partei für ihren bevorzugten Kandidaten ab.

Wie hoch ist die Inflation in Europa?

Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union stieg bis Juni auf 9,6 %, während sie in der gesamten Eurozone 8,6 % erreichte. Durch den Krieg in der Ukraine wurde ein Teil der Energie- und Lebensmittellieferungen unterbrochen, was zu den bereits während der Pandemie aufgetretenen Problemen in der Versorgungskette hinzukam.

Der Krieg wirkt sich erheblich auf die Wirtschaft aus, sodass die Zentralbank zögert, die Zinssätze zu erhöhen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Rhein aufgrund der Hitzewelle und der Trockenheit so niedrig steht, dass er für einige Frachtschiffe, die Kohle und Gas transportieren, unpassierbar geworden ist. Und zu allem Überfluss droht uns in Deutschland auch noch ein russischer Gaslieferstopp.

Die aktuelle Problemlage ist ziemlich verzwickt

Auf die Gesamtwirtschaft prasseln momentan viele verschiedene negative Faktoren ein. In einer solchen Situation ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Das gilt für die Manager der Konzerne genauso wie für dich als Anleger. Bleibe cool. Und bedenke immer: Selbst nach den schlimmsten Erschütterungen hat sich der Markt bisher noch immer wieder erholt.

Eine der wichtigsten Kennziffern, auf die du in der Krise achten musst, ist die Eigenkapitalquote des Unternehmens. Grundsätzlich gilt: Je höher die Eigenkapitalquote, desto geringer ist der Anteil des Fremdkapitals und somit der Mittelabfluss für Zins und Tilgung, den das Unternehmen zu leisten hat. Eine hohe Eigenkapitalquote führt somit zu Krisenfestigkeit und verschafft Kreditspielräume, die dem Unternehmen Flexibilität gewährleisten. Je höher die Eigenkapitalquote, desto besser.

Der Artikel Krise hat Europa voll im Griff: So gehst du jetzt am besten vor ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Henning Lindhoff besitzt Aktien von Disney. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Walt Disney und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2024 $145 Call auf Walt Disney und Short January 2024 $155 Call auf Walt Disney.

Motley Fool Deutschland 2022