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Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Christoph Schmidt/dpa

Berlin/Kiew (dpa) - Die Ukraine hat von Deutschland ein drittes Flugabwehrsystem vom Typ Iris-T für ihren Abwehrkampf gegen den Aggressor Russland erhalten. Es sei in dieser Woche übergeben worden und bestehe unter anderem aus drei Startgeräten, einem Radarsensor, einem Generator und den dazugehörigen Lenkflugkörpern, teilte das Bundesverteidigungsministerium gestern mit. Außerdem erhalte die Ukraine Ersatzteile und technisch-logistische Unterstützung.

Deutschland leiste damit einen Beitrag zum Schutz der Zivilbevölkerung, der kritischen Infrastruktur und der Soldatinnen und Soldaten in der Ukraine - insbesondere für den bevorstehenden Winter, wenn wieder mit verstärkten Angriffen der russischen Seite auf kritische, also besonders wichtige Infrastruktur zu rechnen sei. Dazu gehören etwa Heizkraftwerke und die Stromversorgung.

Selenskyj bedankt sich für Iris-T

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich für die Lieferung des Flugabwehrsystems. «Ein sehr starkes Paket aus Deutschland - genau das, was wir mit Herrn Bundeskanzler vereinbart haben», sagte Selenskyj gestern Abend in seiner täglichen Videoansprache.

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Die Stärkung der Luftabwehr mit dem Iris-T-System und zusätzlichen Flugabwehrraketen sei speziell vor dem Winter sehr wichtig. «Dies wird unseren Soldaten und der Verteidigung unserer Städte sehr helfen», sagte Selenskyj. Über die Flugabwehr und den Kampf gegen Drohnen habe er zudem in einem Telefonat mit Großbritanniens Premierminister Rishi Sunak gesprochen.

EU sichert neue Hilfen zu

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder sicherten der Ukraine vor dem zweiten Kriegswinter anhaltende Waffen- und Munitionslieferungen zu. Zudem versprachen sie die Lieferung zusätzlicher Stromgeneratoren und mobiler Heizstationen sowie stärkere Anstrengungen zur Zwangsbeteiligung Russlands an der Beseitigung von Kriegsschäden.

Die Europäische Union werde der Ukraine und ihrer Bevölkerung so lange wie nötig entschiedene finanzielle, wirtschaftliche, humanitäre, militärische und diplomatische Hilfe leisten, heißt es in einer gestern verabschiedeten Erklärung der Staats- und Regierungschefs. Die Unterstützung der EU für die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine sei unverbrüchlich.

Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte sich überzeugt, dass daran auch der derzeitige Fokus auf den Gaza-Krieg nichts ändern werde. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei versichert worden, «dass unsere Unterstützung für die Ukraine nicht nachlassen wird», sagte der SPD-Politiker nach dem Gipfel. Gegen weitere Hilfen sprachen sich derweil Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban und der neue slowakische Regierungschef Robert Fico aus.

Anhaltender Beschuss von Städten

Die Lage in der Ukraine bleibt derweil schwierig. Selenskyj ging in seiner Rede nur am Rande auf Brennpunkte wie Awdijiwka im Osten des Landes ein. Er sprach lediglich von hohen Verlusten der russischen Streitkräfte. Allerdings sind Beobachtern zufolge die ukrainischen Truppen dort unter starken Druck geraten.

London: Hohe Verluste Russlands bei Kämpfen um Awdijiwka

Die Gefechte um die schwer umkämpfte ostukrainische Stadt Awdijiwka haben Russland nach Einschätzung britischer Geheimdienste schwere Verluste eingebracht. Russland habe vermutlich Teile von bis zu acht Brigaden in das Gebiet geschickt - und diese Kräfte hätten wahrscheinlich einige von Russlands bislang höchsten Verlustraten in diesem Jahr erlitten, teilte das britische Verteidigungsministerium am Samstag in seinem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg mit. Die schweren, aber ergebnislosen Kämpfe rund um Awdijiwka hätten sich in der vergangenen Woche fortgesetzt, schrieben die Briten.

Ukraine-Gespräche in Malta begonnen

In Malta hat ein drittes großes internationales Ukraine-Treffen für einen möglichen späteren Friedensgipfel zur Beendigung des russischen Angriffskriegs begonnen. «Die internationale Unterstützung für die ukrainische Friedensformel wächst», teilte der Leiter des Präsidentenamtes in Kiew, Andrij Jermak, zum Auftakt mit. Zu der Konferenz versammeln sich am Wochenende Topdiplomaten und nationale Sicherheitsberater zahlreicher Staaten. Jermak sprach von 65 vertretenen Staaten, deutlich mehr als im Sommer in Saudi-Arabien.

Mehrere Verletzte nach Beschuss von Cherson

Durch schweren russischen Beschuss sind offiziellen Angaben nach in der südukrainischen Großstadt Cherson mehrere Menschen verletzt worden. Mehr als zehn Wohnhäuser im Stadtzentrum seien beschädigt worden, teilte der Leiter der Stadtverwaltung, Roman Mrotschko, gestern auf Telegram mit.

Laut der Gebietsverwaltung wurden sieben Personen in der Stadt verletzt. Drei Frauen seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, schrieb am späten Abend der Chef der Militärverwaltung des Gebiets, Olexander Prokudin. Die Stadt Beryslaw sei ebenso beschossen und dabei eine weitere Person verletzt worden.

Unklar war zunächst, ob es sich um Artilleriebeschuss oder einen Angriff mit Raketen und Drohnen handelte. Zumindest wurde bekannt, dass zwei Kampfdrohnen russischer Produktion über dem Gebiet abgefangen worden sein sollen. Beschuss meldete derweil auch die benachbarte Region Mykolajiw. Dort fing die ukrainische Flugabwehr nach eigenen Angaben drei luftgestützte Lenkraketen vom Typ Ch-59 ab. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.