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Kreise: Chipkonzern AMD will Xilinx kaufen - Mehr Konkurrenz für Intel

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NEW YORK (dpa-AFX) - Der Chipkonzern AMD <US0079031078> bläst laut Insidern mit einem möglichen Kauf von Xilinx <US9839192005> zum Angriff auf den großen Rivalen Intel <US4581401001>. Ein Deal, der Xilinx mit rund 30 Milliarden US-Dollar (25,5 Mrd Euro) bewerten würde, könnte bereits in der kommenden Woche angekündigt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" über Gespräche zwischen den beiden Unternehmen berichtet. Die Übernahme würde AMD vor allem dem Geschäft mit Chips für Rechenzentren einen Schub verleihen - einem Bereich, in dem vor allem Intel traditionell stark aufgestellt ist.

Die Chips von Xilinx wurden bislang vor allem in der Telekommunikationsindustrie verwendet, doch zuletzt richtete der Konzern den Fokus auch auf das Geschäft mit Rechenzentren. Dieser Markt boomt im Zuge der Digitalisierung mit immer mehr Diensten aus dem Internet immer stärker. Zusätzlichen Schwung verlieh dem Geschäft die Corona-Krise, da der Datenverkehr etwa wegen Home Office und Videokonferenzen weiter nach oben schnellte. AMD könnte mit dem Kauf von Xilinx zudem in den Markt für Telekommunikations-Chips vordringen, der gerade vom globalen Aufbau der 5G-Netze profitiert.

Xilinx bringt es per Schlusskurs vom Donnerstag von rund 106 Dollar je Aktie auf einen Marktwert von knapp 26 Milliarden Dollar. AMD ist an der Börse mit rund 100 Milliarden Dollar viermal so viel wert. Zum Vergleich: Der Dauerrivale Intel bringt es auf 227 Milliarden Dollar.

Das Fusionsgerüchte dürfte weitere Fantasie in die Chipbranche bringen, in der das Übernahmekarussell sich seit einiger Zeit wieder schneller dreht. So greift der Grafikkarten-Spezialisten Nvidia <US67066G1040> nach dem Chip-Designer ARM, einem Schlüssel-Unternehmen für die gesamte Smartphone-Branche. Aktuell verleibt sich zudem der US-Halbleiterkonzern Analog Devices den Rivalen Maxim Integrated Products in einer Milliardentransaktion ein. Hierzulande hatte erst vor wenigen Monaten der stark auf die Autobranche ausgerichtete Dax-Konzern Infineon <DE0006231004> den US-Konkurrenten Cypress für 9 Milliarden Euro endgültig geschluckt.