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Kreditversicherer: Im Modehandel drohen weitere Firmenpleiten

·Lesedauer: 2 Min.

HAMBURG (dpa-AFX) - Im deutschen Textilhandel drohen nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes weitere Firmenpleiten. Vor allem die umsatzschwache "Saure-Gurken-Zeit" von Januar bis März werde für einige Unternehmen zu einer Zerreißprobe werden, sagte der Deutschland-Chef des Kreditversicherers, Ron van het Hof, der Deutschen Presse-Agentur. "Nur wer jetzt wenigstens im Weihnachtsgeschäft ein kleines Polster anlegen kann, wird sich bis zum Frühjahrsgeschäft über Wasser halten können."

Bereits in den ersten neun Monaten dieses Jahres zählte Euler Hermes acht Großinsolvenzen im Modehandel, darunter Esprit, Hallhuber und Tom Tailor <DE000A0STST2>. Gegenüber dem Vorjahr bedeute dies eine Zunahme um rund 166 Prozent, betonte der Kreditversicherer - und das in einer Zeit, in der die Insolvenzrate in Deutschland noch rückläufig war.

Die Modebranche kämpft seit Jahren mit dem Strukturwandel - dem Aufstieg von Textildiscountern wie Primark <GB0006731235> sowie dem Siegeszug des Online-Handels. Viele Textilgeschäfte steckten schon vor der Pandemie in Schwierigkeiten, wie der Kreditversicherer betonte. Dieses Jahr sei ein "rabenschwarzes Jahr" für die Branche gewesen. Euler Hermes schätzt die Umsatzverluste der Textilhändler wegen der Pandemie auf rund 12 Milliarden Euro - fast ein Fünftel des Jahresumsatzes.

Die Corona-Pandemie wirke damit wie ein Katalysator und verstärke Stärken, aber auch Schwächen der Unternehmen. Krisengewinner sei vor allem der Online-Handel. Dessen Aussichten seien auch 2021 gut. Wichtig für die Händler sei deshalb vor allem ein Online-Standbein. "Wer sich schon vor der Pandemie gut auf den Strukturwandel vorbereitet und investiert hatte, konnte vom Online-Boom in Zeiten von Covid profitieren", betonte der Branchenkenner. Wer diesen Trend verpasst habe, dessen Zukunft hänge am seidenen Faden.

"2020 war für viele ein verlorenes Jahr"", sagte Van het Hof. Zwar gebe es einige Gewinner unter den Textilhändlern, aber auch "zahlreiche Sorgenkinder". "Es wird also weiterhin Insolvenzen geben - aber auch einige, die sich mit dem Weihnachtsgeschäft in eine gute Ausgangssituation für das kommende Jahr bringen können."