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Krebs einfach wegspritzen? Biontech testet nach erfolgreicher Studie bei Mäusen nun Wirkstoffe an Menschen

·Lesedauer: 3 Min.

Biontech-CEO Uğur Şahin und Mitgründerin Özlem Türeci nennen sich selbst die „Immunflüsterer“. Weltweit bekannt wurden sie und ihr Unternehmen mit ihrem Impfstoff gegen das Coronavirus. Doch ursprünglich hatte sich das Biotechnologieunternehmen auf die Entwicklung und Herstellung von Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und weiteren schwerwiegenden Erkrankungen spezialisiert. Auch während der Corona-Pandemie hat das Unternehmen weiter an seinen Behandlungsmöglichkeiten für Krebspatientinnen und Patienten geforscht — mit Erfolg. Eine zunächst an Mäusen durchgeführte Studie ergab, dass patientenspezifische, lokale Injektionen mit mRNA-Wirkstoffen zur Rückbildung von Tumoren führen können, wie "Bild" berichtet.

Şahin und Türeci gehen davon aus, dass bei Krebs ein patientenspezifischer Ansatz nötig ist, um Tumore langfristig bekämpfen zu können. Denn jeder Tumor ist einzigartig und weist ein spezifisches Profil auf. Das macht es in der Regel schwer, ihn zu behandeln. Der Biontech-CEO empfand das jedoch als Chance. Şahin und sein Team sahen ein großes Potenzial darin, sich das individuelle Bild eines jeden Tumors zum Vorteil zu machen. „Ziel war es, das Immunsystem der Patientin oder des Patienten in die Lage zu versetzen, die spezifischen Krebszellen zu lokalisieren, sie zu adressieren und den Tumor anzugreifen“, erklärte der Biontech-CEO laut "Bild". Ähnlich wie bei dem Corona-Impfstoff gehen die Forscherinnen und Forscher bei Biontech davon aus, dass mit einer Injektion einer auf die Krankheit angepassten mRNA-Technologie das Immunsystem lernen könne, sich gegen Krebszellen oder andere Erreger zur Wehr zu setzen.

Das Prinzip ist ähnlich wie beim Corona-Impfstoff

Im Rahmen der bereits 2019 durchgeführten Studie wurde der mRNA-Wirkstoff „BNT131“ in Darm- und Hauttumoren bei Mäusen mit Spritzen lokal injiziert. In den Wirkstoffen sind Bauanleitungen (mRNAs) für an die Krankheit angepasste Proteine enthalten. Sobald sie injiziert sind, bilden die Zellen die Stoffe nach. Das Prinzip ist also ganz ähnlich wie bei dem Corona-Impfstoff Biontechs.

Im Falle der Krebsbehandlung sind es sogenannte Zykotinen, die im Tumor die Bildung von Abwehrzellen aktivieren sollen. Werden diese Abwehrzellen gebildet, bekämpft sich der Tumor von innen selbst. Das Ergebnis der Studie an Mäusen: In vielen Fällen wurde das Wachstum der Tumoren so tatsächlich gestoppt. Beim Großteil der Tiere konnte sogar eine Tumorrückbildung verzeichnet werden. In einigen wenigen Fällen konnte zudem festgestellt werden, dass sich entfernter gelegene Tumoren, unter anderem in der Lunge, nach der Injektion des mRNA-Wirkstoffes ebenfalls zurückbildeten. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse nun erstmals in der renommierten Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“.

Derzeit würden sich insgesamt 15 Wirkstoffe gegen diverse Krebserkrankungen in klinischen Überprüfungen befinden, erklärte die Biontech-Chefmedizinerin Özlem Türeci laut "Bild". Die ermutigenden Daten der Studie hätten Anlass geboten, die Studie nun auf die Behandlung für Menschen auszuweiten. Zunächst wird die Methode dazu momentan an einer sehr kleinen Gruppe von Menschen getestet – um sicherzustellen, dass die speziell angepassten mRNA-Wirkstoffe im menschlichen Körper keine gefährlichen Nebenwirkungen hervorrufen. Sollte dies nicht der Fall sein, könnten die Wirkstoffe dann zeitnah auch an größeren Personengruppen getestet werden. In Testung sind demnach derzeit Wirkstoffe gegen Darm- und Hautkrebs.

jk

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