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Kramp-Karrenbauer stellt auf CDU-Parteitag die Machtfrage

Arne Delfs

(Bloomberg) -- Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat auf dem Bundesparteitag in Leipzig indirekt mit ihrem Rücktritt gedroht, falls die Delegierten ihrem Kurs nicht folgen sollten.

“Wenn ihr der Meinung seid, dass der Weg, den ich mit euch gehen möchte, nicht der ist, den ihr für den richtigen haltet, dann lasst es uns heute aussprechen und dann lasst es uns heute beenden”, sagte Kramp-Karrenbauer am Freitag am Ende ihrer mehr als einstündigen Rede.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer reagierte spontan mit einer Unterstützung von Kramp-Karrenbauers Kurs. “Heute wird nicht Schluss gemacht”, sagte Kretschmer unter dem Applaus der Delegierten. “Heute geht es erst richtig los.”

Zuvor hatte Kramp-Karrenbauer sich indirekt von Äußerungen von Friedrich Merz, ihrem parteiinternen Widersacher, distanziert, der jüngst die von Bundeskanzlerin Angela Merkel geführte Bundesregierung kritisiert hatte.

Es sei nicht hilfreich, die Leistungen der Partei und der Bundesregierung schlechtzureden, sagte Kramp-Karrenbauer vor den rund 1.000 Delegierten. “Das ist keine erfolgreiche Wahlkampfstrategie.” Der frühere Unionsfraktionschef Merz hatte nach der Wahlniederlage in Thüringen das Erscheinungsbild der Bundesregierung als “grottenschlecht” bezeichnet und Merkel mangelnde Führung vorgeworfen.

Zugleich übte Kramp-Karrenbauer Selbstkritik. “Das war ein schwieriges Jahr, das gebe ich zu”, sagte sie mit Blick auf ihr erstes Jahr als Parteivorsitzende, das von Wahlniederlagen und einer Pannenserie gekennzeichnet war. Indirekt gab sie auch den Medien eine Mitschuld am schlechten Erscheinungsbild der CDU: “Wir lassen uns nicht in den Ruin hineinschreiben.”

Kontakt Reporter: Arne Delfs in Leipzig adelfs@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Ben Sills bsills@bloomberg.net, Rainer Buergin

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