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KPMG hat Hunderte offene Stellen in der Beratung und der Wirtschaftsprüfung — zwei Personaler verraten, worauf sie bei Bewerbern am meisten achten

·Lesedauer: 6 Min.

KPMG gehört in Deutschland nicht nur zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, sondern ist auch ein beliebter Arbeitgeber. Vor allem Hochschuldabsolventinnen und -absolventen oder Young Professionals scheinen eine Karriere dort anzustreben. So landete das Unternehmen in der aktuellen Umfrage des Marktforschers Universum unter 17.500 Studierenden im Bereich Wirtschaftswissenschaften auf Platz 19 der gefragtesten Arbeitgeber in Deutschland. Beim Trendence Absolventenbarometer wählten die Befragten derselben Fachrichtung KPMG auf Rang 16.

Jobs gibt es dort viele zu vergeben. Rund 12.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 26 Standorten beschäftigt das Unternehmen in Deutschland. Arbeiten könnt ihr dort in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Deal Advisory.

Eine Karriere bei einem großen Beratungsunternehmen kann sich finanziell durchaus lohnen. Zwar behält KPMG genaue Gehaltsangaben für sich. Online-Portale geben aber allgemeine Richtwerte an. Wie lukrativ ein Job in den von KPMG abgedeckten Bereichen sein kann, zeigt der Gehaltsreport der Plattform Finance. Demnach verdienen Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer bereits nach drei Jahren Berufserfahrung zwischen rund 60.000 und 70.000 Euro brutto im Jahr. Nach neun Jahren Berufserfahrung liegt die Gehaltsspanne zwischen rund 80.000 und 105.000 Euro brutto jährlich. Eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater kommt laut dem Report auf ein Bruttojahresgehalt zwischen 69.000 und 130.000 Euro.

Das Verfahren läuft folgendermaßen: Wenn ihr euch bei KPMG bewerben möchtet, erstellt ihr einen Account und ladet darüber euren Lebenslauf hoch. Ein Anschreiben ist nicht erforderlich. Manche Bewerberinnen und Bewerber, sagt Dagmar Zippel, würden trotzdem eins mitschicken. "Das ist den Kandidatinnen und Kandidaten völlig freigestellt und kein Muss." Dafür sollte der Lebenslauf aussagekräftig sein. Wichtig ist, dass Dagmar Zippel und Michael Falk darin Punkte finden, an die sie im Gespräch anknüpfen können.

Was ihr mitbringen müsst, um einen Job bei KPMG zu ergattern, wissen Dagmar Zippel und Michael Falk. Als Head of Receuiting und Employer Branding verantwortet Dagmar Zippel die gesamten Bewerbungsprozesse sowie KPMG als Arbeitgebermarke. Michael Falk ist HR-Partner für Cybersecurity von KPMG und sozusagen interner "Kunde" von Dagmar Zippel. "Sie findet nach von uns definierten Kriterien geeignete Kandidaten", sagt er. "Und ich wähle dann – gemeinsam mit weiteren Kollegen – daraus zukünftige Mitarbeitende aus."

Anschreiben ist bei KPMG kein Muss

Die einzelnen Stationen, die im Lebenslauf stehen, sollten deshalb drei bis fünf Unterpunkte enthalten, die zeigen, welche Aufgaben ihr in eurer bisherigen Karriere innehattet oder welche Projekte ihr umgesetzt habt. Berufsanfänger, die direkt nach dem Abschluss bei KMPG starten wollen, können auch Highlights aus ihrem Studium nennen – etwa eine besonders gelungene Abschluss- oder eine Projektarbeit.

Der Lebenslauf sollte auch etwas von eurer Persönlichkeit zeigen. "Nuancen können da schon einen Unterschied machen", sagt Michael Falk. Beispielsweise, ob jemand bei seinen Hobbys einfach nur schreibt, dass er gerne joggt, oder ob im Lebenslauf steht, dass der Bewerber an einem Marathon teilgenommen hat und damit einen konkreten Anknüpfungspunkt für ein Gespräch anbietet.

Hilfreich ist es auch, wenn jemand, der bereits bei KPMG arbeitet, euch empfiehlt. "Das ist natürlich immer positiv", sagt Dagmar Zippel. Ein gut gepflegtes Xing- oder Linkedin-Profil kann ebenfalls von Vorteil sein. Was für die beiden Experten nicht relevant ist, sind soziale Netzwerke wie etwa Facebook. Allerdings legt Michael Falk als HR-Partner im Bereich Cyber-Security Wert darauf, ob und wie Job-Kandidaten im Internet auf ihre Privatsphäre achten.

Zwei Gespräche müsst ihr absolvieren

Ist die erste Hürde genommen, folgt ein kurzes Telefonat, um euch kennenzulernen. Michael Falk stellt in der Regel dann genau zwei Fragen: Warum hast du dich bei uns beworben? Und was ist das spannendste Cyber-Security-Thema, mit dem du dich bisher beschäftigt hast? "In der Beratung muss man begeistern können", sagt er. Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, erkenne er schnell, ob sich jemand wirklich mit seinem Bereich identifiziert.

Passt es auf beiden Seiten, gibt es ein zweites Gespräch. Das dauere laut Michael Falk etwa zwei Stunden und werde von mehreren KPMG-Mitarbeitern geführt. Mit dabei ist immer jemand aus dem zukünftigen Team sowie eine Führungskraft aus dem Fachbereich. Formal trifft am Ende der Partner die Entscheidung. "Im Grunde beschließen wir aber gemeinschaftlich, ob wir jemanden einstellen oder nicht", sagt Michael Falk.

Die Aufgaben, mit denen ihr rechnen müsst, variieren je nach Position, folgen aber einem Grundprinzip, auf dem die gesamte Personalentwicklung bei KPMG aufgebaut ist. "Die Kernelemente sind Kopf, Herz und Hand", erklärt Michael Falk. Der Kopf steht dafür, ob jemand komplexe Sachverhalte analytisch durchdringen und gut logisch denken kann. Beim Herz geht es darum, ob jemand teamfähig ist, andere überzeugen kann oder aber sich auch traut, kritische Fragen zu stellen. Die Hand symbolisiert, ob jemand mit anpackt und bereit ist, neue Wege einzuschlagen.

Die Fragen, die auf diesen drei Kernelementen aufbauen, sind entweder situativ oder in Szenarien gestellt. Michael Falk gibt folgendes Beispiel aus der Kategorie Hand: Stell dir vor, du hast deinen ersten Arbeitstag bei KPMG, machst dein E-Mail-Postfach auf und liest eine Mail von einem Kollegen, der dich um einen kritischen Review zum Fachkonzept für Kunden XY bittet – was machst du damit?

Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Aufgabe sehr undefiniert ist. Der Kandidat weiß normalerweise weder, was Michael Falk unter einem kritischen Review eines Dokuments versteht, noch wie viel Zeit er hat oder welches Feedback von ihm erwartet wird. Hier geht es darum, ob jemand Arbeit strukturieren kann, die richtigen Fragen stellt und sich traut, auch direkt am ersten Tag Rückfragen zu stellen. "Im besten Fall entsteht aus dieser Frage eine spannende Diskussion, die mir etwas über die Herangehensweise eines Kandidaten an Unerwartetes verrät."

Im Gespräch sollte zudem rüberkommen, so Michael Falk, dass ihr offen gegenüber anderen Menschen auftreten könnt. "Wir sind ein People Business." Wenn ihr bei KPMG arbeiten möchtet, solltet ihr Spaß daran haben, mit anderen zusammenzuarbeiten und eine gewisse Kommunikationsfähigkeit mitbringen. Wichtig sei zudem Empathie und Flexibilität. Ebenso müssen Kandidaten je nach Position ihre analytischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Fragen aus diesem Bereich stellt Michael Falk ebenfalls im Dialog. "Mir ist wichtig, den Lösungsweg zu erkennen." Wie die Aufgabe genau aufgebaut ist, behält er für sich.

Und was geht gar nicht bei KPMG? "Wenn sich jemand sofort als Alleinkämpfer positioniert", sagt Michael Falk. Nach dem Motto: Partner wird nur, wer sich durchboxt. Leider werde Unternehmensberatungen und Wirtschaftsprüfern oft eine gewisse Ellenbogenmentalität unterstellt. "Dabei funktionieren wir nur im Team." Ein weiteres K.O.-Kriterium sei Arroganz, oder wenn jemand in einem Gespräch überhaupt nichts sagt. Das bedeutet nicht, dass ihr nicht aufgeregt sein dürft und in jeder Disziplin überragend sein müsst. "Aber ein Wille zum Dialog sollte in dem Gespräch schon erkennbar sein", sagt Michael Falk.

In der Regel ist der Recruting-Prozess nach dem zweiten Gespräch abgeschlossen. In seltenen Fällen, sagt Dagmar Zippel, stellt sich im Gespräch heraus, dass der Fokus und das Interesse der Kandidaten in einem anderen Themen- und damit Unternehmensbereich liegt. "Dann bringen wir die neuen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zusammen und der Prozess geht an dieser Stelle weiter", sagt Dagmar Zippel.

Als letzten Tipp haben Dagmar Zippel und Michael Falk noch diesen: "Gute Bewerber sind authentisch und versuchen nicht, sich als jemand zu geben, der sie nicht sind." Es komme immer wieder vor, dass die beiden Experten auf Kandidaten treffen, die glauben alles schon zu können und zu wissen. "Blender enttarnen sich in der Regel spätestens bei der zweiten Rückfrage", sagt Michael Falk. Es sei viel besser, wenn ein Bewerber sich im Voraus zwei bis drei Punkte überlegt, von denen er glaubt, dass sie im Gespräch überzeugen und die derjenige auch mit einem ehrlichen Interesse preisgeben will. Kommt diese Message authentisch rüber, sagt Michael Falk, dann klappt es mit der Bewerbung auf jeden Fall.

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