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Kortison verschlechtert langfristig die Heilung eines Tennisarms

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Chicago (dapd). Physiotherapie kann beim sogenannten Tennisarm Rückfälle verhindern. Ihr Heilerfolg ist jedoch vergleichbar mit dem eines Placebos. Kortisonspritzen schneiden sogar schlechter ab als die Scheinbehandlung, wie Mediziner im Fachjournal "JAMA" berichten (doi: 10.1001/jama.2013.129).

Die Epicondylitis, der sogenannte Tennisarm, ist ein schmerzhafter Reizzustand der Sehnen um den Ellenbogen. Hervorgerufen wird die Reizung durch eine Überlastung der Unterarmmuskulatur, beispielsweise infolge einer Fehlhaltung beim Tennisspielen. Bestimmt ein Dutzend verschiedene Therapieansätze kommen beim Tennisarm zum Einsatz, darunter auch Physiotherapie und Spritzen mit Corticoiden wie Kortison. Erstere konnte in früheren Studien eine leichte Überlegenheit in einzelnen Genesungsaspekten für sich in Anspruch nehmen.

Mediziner um Bill Vicenzino von der australischen University of Queensland haben nun 165 Patienten ein Jahr lang begleitet, die mindestens sechs Wochen lang an einem Tennisarm litten. Vier in etwa gleich große Gruppen erhielten entweder eine Spritze mit Corticoiden, ein Placebo, Corticoide und Physiotherapie oder ein Placebo und Physiotherapie. Nach 4 Wochen, 26 Wochen und einem Jahr erfassten die Forscher, ob eine weitgehende oder vollständige Heilung vorlag und ob es Rückfälle gab.

Vicenzino und sein Team (NYSE: TISI - Nachrichten) konnte frühere Hinweise bestätigen, dass eine Corticoidspritze keinen Langzeitnutzen hat. Tatsächlich hatten sich in dieser Gruppe nach einem Jahr 83 Prozent der Patienten weitgehend oder vollständig erholt. Beim Placebo betrug der Wert 96 Prozent. Demnach verschlechtert das Kortison die langfristige Genesung sogar. Noch deutlicher war der Effekt nach 26 Wochen. Hier berichteten 55 Prozent der Corticoidempfänger von einer weitgehenden oder vollständigen Genesung, wohingegen das Placebo schon in 85 Prozent der Fälle erfolgreich war.

Auch für die Physiotherapie in Ergänzung zum Kortison konnten die Mediziner keine relevante Beschleunigung der Heilung feststellen. Nach einem Jahr berichteten 91 Prozent der Teilnehmer mit Physiotherapie von einer weitgehenden oder vollständigen Genesung. Ohne Physiotherapie waren es 88 Prozent. Vergleichbar war die Situation nach 26 Wochen mit 71 zu 69 Prozent. Hinsichtlich der empfundenen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zeigte sich praktisch kein Unterschied.

Ebenso wenig überzeugen konnten Corticoide hinsichtlich der Rückfallrate nach einem Jahr. Sie lag mit 54 Prozent mehr als vier Mal so hoch wie beim Placebo. Einen leichten Vorteil konnte dafür die Physiotherapie verbuchen. Hierbei gab es 29 Prozent Rückfälle gegenüber 38 Prozent ohne Physiotherapie. Lediglich kurzfristig - nach vier Wochen - waren die Corticoide überlegen. 71 Prozent der Teilnehmer berichteten von einer weitgehenden oder vollständigen Genesung zu diesem Zeitpunkt. Physiotherapie zeigte bis dahin in 39 Prozent der Fälle Erfolg. Unbehandelt war jeder zehnte Patient genesen.

Verabschieden mussten sich die Forscher von der Hoffnung, dass die Kombination aus den kurzfristig wirksamen Corticoiden mit einer langfristig erfolgreicheren Physiotherapie besonders nützlich sein könnte. Nach vier Wochen war der Erfolg vergleichbar mit der Wirkung von Corticoiden allein. Langfristig entsprach die Wirkung einem alleinigen Einsatz von Physiotherapie.

dapd

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