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Konsumlaune der Verbraucher bricht angesichts hoher Corona-Zahlen wieder ein

·Lesedauer: 2 Min.
Geschäft in Gelsenkirchen
Geschäft in Gelsenkirchen

Die massiv steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen drückt die Konsumlaune der Verbraucher: Das Marktforschungsinstitut GfK prognostizierte am Donnerstag einen Wert von minus 3,1 Punkten für November, das sind 1,4 Punkte weniger als im Oktober. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung gingen zurück. Ob sich das Konsumklima in den kommenden Monaten wieder stabilisiert, hängt laut GfK vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

"Die rasant steigenden Infektionszahlen führen zu Verschärfungen Pandemie-bedingter Einschränkungen. Zudem steigt die Furcht vor einem weiteren Lockdown, sollte das Infektionsgeschehen in den kommenden Wintermonaten außer Kontrolle geraten", erklärte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Die zum Teil kräftige Erholung der Stimmung vom Frühsommer dieses Jahres ist damit zum Stillstand gekommen und lässt das Konsumklima wieder abrutschen." Dazu habe auch eine im Oktober steigende Sparneigung beigetragen.

Die Konjunkturerwartung der Bundesbürger war den Angaben zufolge der größte Verlierer unter den Stimmungsindikatoren. Nach fünf Anstiegen in Folge verlor die Konjunkturstimmung nun 17 Punkte und sank auf 7,1 Punkte.

Schwindender Konjunkturoptimismus lässt demnach auch die Einkommensaussichten der Verbraucher "nicht unbeeindruckt". Der Indikator Einkommenserwartung verlor 6,3 Punkte und sank auf 9,8 Punkte. Leichte Einbußen verzeichnete auch die Anschaffungsneigung.

Die GfK befragte vom 30. September bis 13. Oktober rund 2000 Verbraucher nach ihren gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel mache je nach Abgrenzung lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus, betonten die Marktforscher. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich. 

Die von der Bundesregierung beschlossene vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer kommt in der Wahrnehmung der Verbraucher aber durchaus an. In einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sagten knapp 54 Prozent der rund 1200 Befragten, sie hätten wahrgenommen, "dass die Unternehmen die Preise in Folge der Mehrwertsteuersenkung reduziert haben". Mit "teils, teils" antwortete ein gutes Drittel der Befragten; nicht aufgefallen sind die Preissenkungen rund 14 Prozent der Befragten. 

Allein durch diese Wahrnehmung der Verbraucher habe die befristete Steuersenkung einen "positiven Impuls", erklärte IW-Ökonom Martin Beznoska dem Portal T-Online. "Selbst wenn die gesparten Beträge nur gering sind, ergibt sich ein wertvoller psychologischer Effekt in der Krise." Wie sehr sich die geringere Steuer auf den tatsächlichen Konsum durchschlage, lasse sich aber erst nach dem Auslaufen der Konjunkturmaßnahme sagen. 

Die Mehrwertsteuer ist seit Juli bis Ende des Jahres von 19 auf 16 Prozent abgesenkt, der ermäßigte Steuersatz von sieben auf fünf Prozent. Damit will die Bundesregierung den in der Corona-Pandemie eingebrochenen Konsum ankurbeln.

muk/ilo