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Konsumenten werden etwas vorsichtiger

Das HDE-Konsumbarometer gibt im Oktober etwas nach. Doch ein Einbruch des privaten Konsums ist aufgrund der stabilen Preise weiterhin nicht in Sicht.

Zwar signalisiert das HDE-Konsumbarometer einen negativen Effekt für den Oktober, doch Konsumenten planen keinen nachhaltigen Verzicht. Foto: dpa

Deutschlands Verbraucher realisieren zwar die Konjunkturschwäche, planen bislang aber dennoch nicht, ihren Konsum nachhaltig einzuschränken. Das signalisiert das HDE-Konsumbarometer für Oktober. Der Indikator wird monatlich vom Handelsblatt Research Institute (HRI) für den Handelsverband HDE berechnet; er sagt die Entwicklung des privaten Konsums in den kommenden Monaten voraus.

Im Vergleich zum Vormonat sackte das Barometer zwar leicht auf 99,74 Punkte ab, es notiert damit jedoch noch immer etwas höher als zum Jahresstart, als die Aussichten für die deutsche Wirtschaft noch besser waren. Mittlerweile erwartet das HRI in Einklang mit den meisten anderen Ökonomen für das laufende Jahr kaum noch Wirtschaftswachstum.

Und auch für 2020 ist keine echte Erholung in Sicht, da die exportabhängige Industrie durch die globalen Handelskonflikte stark in Mitleidenschaft gezogen wird. So rechnet beispielsweise der deutsche Maschinenbau für 2020 mit weiter sinkendem Umsatz. Und auch auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt die Konjunkturschwäche bereits erste Spuren, bestätigt die Bundesagentur für Arbeit.

Und so ist es nicht erstaunlich, dass die Konjunkturerwartungen der Verbraucher den vierten Monat in Folge sinken und nun auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung Anfang 2017 notieren. Ebenfalls im Trend rückläufig sind die Einkommenserwartungen der Verbraucher.

Sie erwarten, dass die kräftigen Lohnerhöhungen, die es in vielen Branchen zuletzt gab, sich in naher Zukunft nicht widerholen dürften. Stabilisierend auf das Konsumbarometer wirken dagegen die stabilen Preise und die Erwartung, dass die Zinsen noch lange sehr niedrig bleiben werden.

Hinzu kommt, dass die Binnenkonjunktur weiterhin stabil ist; die meisten Dienstleister und die Bauwirtschaft sind nach wie vor bestens ausgelastet. Und die aktuellen Einkommen von 21 Millionen Rentnern, fünf Millionen Beamten und öffentlich Bediensteten, vier Millionen erwerbsfähigen Grundsicherungsempfängern und drei Millionen Studenten tangiert die Industrierezession allenfalls mental.

Und so kann der Einzelhandel nicht nur mit dem bisherigen Jahresverlauf recht zufrieden sein, sondern auch zuversichtlich dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft entgegenblicken. In den ersten acht Monaten dieses Jahres setzten die Händler nominal 3,7 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum; preisbereinigt betrug das Plus drei Prozent.

Im August kletterte der Umsatz im Vergleich zum Juli kalender- und saisonbereinigt real um 0,5 Prozent. Deutlich überproportional legte einmal mehr der Internet- und Versandhandel zu.