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"Woher kommen Sie wirklich?" Debatte um Rassismus-Vorwürfe gegen 83-jährige Hofdame der Queen

Nur wenige Monate nach dem Amtsantritt von König Charles III. steht die britische Königsfamilie erneut unter Rassismus-Verdacht. Bereits in der Vergangenheit waren ähnliche Stimmen laut geworden. Kritiker verweisen außerdem auf die koloniale Vergangenheit Großbritanniens, von der Land und Königsfamilie profitierten, so vom Sklavenhandel und der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kolonien. Diesmal steht allerdings kein direktes Mitglied der königlichen Familie im Zentrum der Aufmerksamkeit. Es geht um eine betagte Hofdame der verstorbenen Queen.

Die 83-jährige Lady Susan Hussey, eine der Ladies-in-waiting der verstorbenen Queen, soll die schwarze Ngozi Fulani bei einem Empfang im Palast mehrfach gefragt haben, woher sie "wirklich" komme. Fulani, die sich gegen Gewalt gegen Frauen einsetzt, wertet dies als rassistisch und als "eine Form von Missbrauch".

Debatte um die Frage: "Woher kommen Sie wirklich?"

Ein Sprecher des Thronfolgers Prinz William teilte mit, Rassismus haben nach Ansicht des Prinzen "keinen Platz in unserer Gesellschaft".

Die Hofdame, Taufpatin von Thronfolger William, hat sich laut Palast entschuldigt und ihr Amt als Lady of the Household niedergelegt. Nach Bekanntwerden ihres Rückzugs entbrannte eine Debatte um die Vorwürfe. Auf Twitter erhoben Frauen ihrerseits Rassiusmusvorwürfe gegen Fulani. Ihre Organisation Sistah Space, hat sich in London nach Angaben des Twitteraccounts auf Hilfe für missbrauchte Frauen mit afrikanischem oder karibischem Erbe spezialisiert. Um sicher sein zu können, woher die Frauen kommen, müsse sie ja wohl ebenfalls die Frage nach ihren Wurzeln stellen, so eine Twitter-Nutzerin:

Auch Kommentatoren sprangen der Hofdame zur Seite. In den 60er Jahren, als sie ihre Karriere am Hof begann, sei es üblich gewesen, Gäste nach ihrer Herkunft zu fragen. Der BBC sagte Fulani, Lady Husseys "verhörartige Befragung" lasse sich keineswegs mit deren Alter rechtfertigen. Die Fragen hätten ihr das Gefühl gegeben, man bezweifle ihre britische Staatsangehörigkeit. Sie selbst hatte den Namen der Fragenstellerin nicht veröffentlicht, sondern mit der Abkürzung SH benannt.

Mandu Reid von der British Women's Equality Party war ebenfalls Gast des Empfangs im Palast, der stattfand, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen:

"Wir bekamen den Eindruck, wir seien nicht willkommen, dass wir vielleicht nicht dorthin gehören. Eine weiße Frau wäre das ziemlich sicher nicht gefragt worden", so Reid.

Kin Cheung/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
Fulani in der Mitte links bei einem Empfang von Königin Camilla. Dabei ging es darum, auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen, 29.11.2022 - Kin Cheung/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Es ist nicht das erste Mal, dass Rassismus-Vorwürfe gegen die Königsfamilie erhoben werden. Im März dieses Jahres nahm Prinz William während einer Karibikreise in einem Geländewagen stehend und in weißer Galauniform eine Parade ab. Viele Menschen fühlten sich dadurch an Kolonialzeiten erinnert.

Erinnerung an Meghans Vorwürfe

Aufsehen erregte im März 2021 ein Interview des aus dem offiziellen Kreis der Königsfamilie ausgeschiedenen Prinz Harry und seiner Frau Meghan in den USA. Sie gab an, während ihrer Schwangerschaft sei im Palast darüber gesprochen worden, wie dunkel die Haut ihres Sohnes Archie werden würde. Ihr Schwager, Harrys Bruder William stellte klar, die Famile sei nicht rassistisch.

Mit Spannung wird nun ein Film des Streaming-Dienstes Netflix erwartet. Es handelt sich um eine Dokumentation in sechs Teilen, für die Harry und Meghan jahrelang von einer Kamera begleitet worden sein sollen. Die Königsfamilie dürfte die Veröffentlichung mit zumindest gemischten Gefühlen erwarten.