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Klingeln stört: US-General schmeißt Handy während des Interviews weg

Wesley Clark, US-General im Ruhestand, weiß nicht nur, wie man mit scharfem Beschuss umgeht, sondern auch, was zu tun ist, wenn während eines Interviews plötzlich das Handy klingelt. (Bild: Reuters/Lucy Nicholson)

Es ist das nervtötendste Geräusch der Neuzeit. Ein Handyklingeln zur Unzeit, im Kino, in der Konferenz oder noch schlimmer, im Live-TV. Ein US-General zeigte jetzt, wie man die Situation souverän meistert.

Der ehemalige US-General Wesley Clark war vom TV-Sender CNN eingeladen worden, um per Liveschalte aus Arkansas über die jüngsten Angriffe auf die US-Botschaft im Irak zu sprechen. Ein ernstes Thema also, es könnte größere Spannungen in der ohnehin akut vom Flächenbrand bedrohten Region eskalieren lassen.

Das Interview mit dem hochrangigen Militär begann in professioneller Manier. General Clark betonte, dass er erleichtert darüber sei, dass in diesem Fall auf diplomatische Mittel zurückgegriffen wurde. “Ich bin froh, dass die irakische Regierung in der Lage war, ihre eigenen Sicherheitskräfte einzusetzen”, sagte Clark, der unter anderem als NATO-Kommandeur den Kosovo-Einsatz geleitet hatte. Mit hohem Stress kennt sich der 75-Jährige also aus.

Und so brachte es ihn auch keine Sekunde aus dem Konzept, als mitten in seinen Ausführungen zur Rolle des Irans plötzlich sein Handy zu klingeln begann. “Das ist, wie einen linken Haken in einem Zwölf-Runden-Boxkampf zu landen”, beschrieb Clark gerade die Attacken der Iranischen Armee. “Sie haben ein paar saudische Öl-Anlagen angegriffen, jetzt wurden sie wieder ein bisschen zurecht gestutzt.” Dann ist deutlich der Klingelton zu hören und der General langt einfach souverän in die Tasche und schleudert das Telefon quer durch den Raum aus dem Bild.

“Tut mir leid”, entschuldigt sich Clark noch bei seinem Gegenüber, CNN-Nachrichtenmann Jim Sciutto. Doch der Moderator ist beeindruckt. “Das ist die beste Reaktion, die ich je auf ein Handyklingeln live im Fernsehen erlebt habe.” Und fügt noch ein Lob an seinen Interviewpartner hinzu: “Gut gemacht, Herr General.” Wesley Clark, der bereits 2004 als Präsidentschaftskandidat der demokratischen Partei angetreten war und sich mit dem Rampenlicht auskennt: “Danke, sie haben es sogar gefangen”, bezogen auf die Filmcrew außerhalb des Fernsehbildes, in deren Richtung er das störende Gerät geschleudert hatte.