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Klimaschutz: Wissenschaftler fordern allgemeinen CO2-Preis

HALLE/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Im Kampf gegen den Klimawandel fordern die deutschen Wissenschaftsakademien einen einheitlichen Preis für Kohlendioxid in Europa. Eine allgemeiner CO2-Preis schaffe langfristig den richtigen Rahmen für die Energiewende, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt.

Verfasst wurde das Papier von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften. Wie EU-Kommission und Bundesregierung setzen die Wissenschaftler darauf, nach der Corona-Krise in großem Maßstab Investitionen in grüne Technologie voranzubringen.

Ein CO2-Preis macht Kohle, Öl und Gas teurer und damit erneuerbare Energien und Energiesparen attraktiver, heißt es in dem Papier. Ob dieser durch eine Ausweitung des Emissionshandels oder Steuern beziehungsweise Abgaben festgesetzt werde, sei zweitrangig. Wichtiger sei eine schnelle und möglichst einheitliche Einführung vor 2030.

Die Akademien plädieren auch für einen CO2-Mindestpreis, also eine Art Haltelinie. Öl, Gas und Kohle sind in der Corona-Krise billiger geworden, damit schwindet der Investitionsanreiz.