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Klimaschutz lohnt: Beschäftigte in „grünen“ Branchen verdienen im Schnitt 500 Euro mehr im Monat als in der übrigen Wirtschaft

In „grünen Branchen“ verdienen Beschäftigte im Durchschnitt mehr, ergab eine Studie des IW. - Copyright: Picture Alliance
In „grünen Branchen“ verdienen Beschäftigte im Durchschnitt mehr, ergab eine Studie des IW. - Copyright: Picture Alliance

Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel zählen zu den großen Aufgaben der Gesellschaft und damit auch der Wirtschaft. Für viele Unternehmen wird daraus ein lohnendes Geschäft, von dem auch Beschäftigte profitieren. „Wer in einem klimarelevanten Bereich arbeitet, verdient deutlich mehr“, zeigen Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Arbeitskräfte, die den Unternehmen helfen, ihre eigenen Klimaziele zu erreichen oder dazu insgesamt beizutragen, sind besonders gefragt. Wer in einer Klima- und Umwelt-relevanten Branche nach der EU-Taxonomie arbeitet, bekommt im Mittel monatlich etwa 500 Euro mehr als Arbeitnehmer in anderen Wirtschaftszweigen, so das IW.

Die EU-Taxonomie definiert seit 2021 94 Wirtschaftsaktivitäten, die einen wesentlichen Beitrag zur Minderung der Emissionen und Anpassung an den Klimawandel leisten können. Wer im Jahr 2021 in einer der aufgeführten Bereiche arbeitete, habe im Durchschnitt einen Medianlohn von 3900 Euro erhalten. In allen anderen Branchen seien es 3400 Euro gewesen, schreibt das IW.

Zwar sind auch die Anforderungen in den grünen Branchen meist etwas höher. Allerdings bestehen die Lohnunterschiede auch dann, wenn man die Jobs nach Anforderungsniveau trennt. Vollzeitbeschäftigte in Tätigkeiten ohne benötigten Berufsabschluss verdienten etwa 21 Prozent oder 483 Euro mehr als der Durchschnitt aller Branchen. Für Fachkräfte waren es gut zehn Prozent oder 294 Euro mehr. Spezialisten bekamen 12,5 Prozent oder 542 Euro mehr. Die Zahlen beziehen sich auf 2021.

Ein möglicher Grund für die höheren Löhne: Zwischen 2014 und 2021 wuchs die Zahl der Arbeitsplätze in den klimarelevanten Wirtschaftsfeldern um elf Prozent, in der restlichen Wirtschaft waren es nur sieben Prozent. Die Struktur des Arbeitsmarktes verschiebt sich demnach leicht in Richtung dieser Wirtschaftszweige. „Die Unternehmen haben die Bedeutung der Klimakrise schon lange erkannt“, sagt IW-Arbeitsmarktökonom Roschan Monsef. "Das spiegelt sich auch in den höheren Gehältern transformationsrelevanter Branchen wider."