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Klimaneutralität 2045 möglich - Kommende Jahre entscheidend

Oliver Berg/dpa

Jülich (dpa) - Experten des Forschungszentrums Jülich halten es weiter für möglich, dass Deutschland bis 2045 treibhausgasneutral wird. Um die Ziele des Klimaschutzgesetzes einzuhalten, müssten allerdings bis 2030 umfangreiche Maßnahmen in allen Bereichen umgesetzt werden, erklärte der Direktor des Jülicher Instituts für techno-ökonomische Systemanalyse, Detlef Stolten.

Anlass war die Vorstellung einer Studie mit dem Titel «Energieperspektiven 2030». «Was wir in den nächsten sieben Jahren tun, ist von entscheidender Bedeutung», sagte er.

So müsse neben einem starken Ausbau von Windenergie und Photovoltaik die Energieeffizienz gesteigert werden. «Die klimafreundlichste Kilowattstunde ist die, die gar nicht erst verbraucht wird», sagte Studienautor Felix Kullmann. Eine wichtige Rolle schreibt die Studie auch Wärmepumpen und der Gebäudedämmung zu.

Wasserstoff und Biomasse

Die Nachfrage nach Wasserstoff werde ab 2035 rapide ansteigen, prognostizieren die Forscher. «Neben dem Hochlauf der heimischen Elektrolysekapazitäten muss Deutschland daher bis dahin auch bereits Möglichkeiten zum Import von Wasserstoff schaffen, da mehr als die Hälfte des benötigten Wasserstoffs importiert wird.»

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Eine weitere wichtige Säule sei Biomasse, sagte Kullmann. Bis 2030 würden etwa 14 Prozent des Primärenergieverbrauchs durch sie gedeckt. 2045 seien es voraussichtlich 20 Prozent. «Deshalb muss das bisher unerschlossene Potenzial an biogenen Abfall- und Reststoffen gehoben werden, und wir müssen beginnen, die heute für den Bioenergieanbau genutzte Fläche bis 2030 zu vergrößern.»

Forscher: CO2-Speicherung für Klimaziele zwingend

Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass es trotz der CO2-Einsparungen zusätzlich nötig sein wird, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen. «Das Ziel der Treibhausgasneutralität kann nicht ohne die dauerhafte Speicherung von CO2 erreicht werden», sagte Stolten. 2045 verblieben schwer vermeidbare Restemissionen von mehr als 70 Millionen Tonnen CO2. Diese müssten durch sogenannte negative Emissionen in gleicher Höhe ausgeglichen werden. Bereits bis 2030 müssten geeignete Speicherstätten für das entnommene CO2 gefunden werden. Zum Vergleich: 2022 beliefen sich laut Umweltbundesamt die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland auf 746 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Die Studie «Energieperspektiven 2030» beruht auf Berechnungen mithilfe einer Software namens Ethos. Sie wurde laut Forschungszentrum eigens für die Analyse von kosteneffizienten Strategien und Maßnahmen zum Erreichen der Klimaziele entwickelt.