Deutsche Märkte schließen in 3 Stunden 15 Minuten

„Klar, es gibt auch in den Großmärkten ‚Hamsterkäufe‘“

Schulen, Kitas, Restaurants: Immer mehr Kunden des Lebensmittel-Großhandels stoppen den Betrieb. Das spürt auch Marktführer Metro. Doch die Rückgänge werden durch „Corona-Einkäufe“ überlagert, sagt Metro-Chef Olaf Koch.

Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro verzeichnet trotz starker Abhängigkeit von Kunden aus der Gastronomie derzeit steigende Umsätze. „Unsere Gastronomiekunden kaufen aktuell natürlich weniger ein und das wird sicherlich in den kommenden Wochen anhalten“, sagte Konzernchef Olaf Koch der WirtschaftsWoche. „Momentan wird dieser Effekt aber überlagert“, so Koch.

Freiberufler und Gewerbetreibende, die nichts mit der Gastronomie zu tun haben, würden die Metro-Märkte verstärkt als Einkaufsalternative nutzen. Das habe Metro auch schon nach dem Corona-Ausbruch in China festgestellt. „Unsere Umsätze liegen in Deutschland und international daher derzeit über den Vorjahreswerten“, so Koch. „Das kann sich je nach weiterem Verlauf der Krise natürlich noch nivellieren.“

Wie in Supermärkten und bei Discountern werden auch in den Metro-Großmärkten derzeit haltbare Lebensmittel in großen Mengen gekauft. „Pasta und Trockenprodukte, Fertiggerichte und Konserven werden in allen Ländern, in denen wir präsent sind, stärker nachgefragt“, so Koch. „Klar, gibt es auch in den Großmärkten vereinzelt ‚Hamsterkäufe‘“, sagte Koch dem Magazin. Bis dato sehe er aber keine Schwierigkeiten bei der Warenversorgung.

Auch Edeka und Rewe haben zuletzt betont, sie hätten in den vergangenen Tagen die Frequenz der Warenbelieferung bereits erhöht, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Aldi, Real und Kaufland äußerten sich ähnlich. Dennoch beunruhigten leer gefegte Nudel- und Brot-Regale, fehlendes Toilettenpapier und vereinzelte Verkaufsmengenbegrenzungen in den Geschäften zuletzt viele Kunden. Auch der Online-Händler Amazon hat neue Maßnahmen im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie angekündigt und mit einer Priorisierung bestimmter Produkte begonnen.

Sollten sich in Supermärkten „ernsthafte Versorgungsengpässe“ abzeichnen, „wäre die zeitweise Öffnung der Metro-Märkte für Einzelhandelskunden eine Option, die man mit den Behörden absprechen müsste. So wie in Österreich geschehen.“, sagte Metro-Chef Koch der WirtschaftsWoche. „Aber davon sind wir länderübergreifend noch weit entfernt.“