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Klage um Ideenklau in Streit um Abramowitschs S-Immo-Aktien

Matthias Wabl
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Ist es legal, die Anlageidee eines Geschäftspartners selbst zu übernehmen und die Transaktion ganz allein abzuschließen? Mit dieser Frage muss sich ein Gericht in Wien befassen, nachdem sich zwei österreichische Investoren über den Erwerb von S-Immo-Aktien von Roman Abramowitsch zerstritten haben.

Der Immobilienentwickler Markus Schafferer fordert Schadensersatz in Höhe von mindestens 108 Millionen Euro von Ronny Pecik, einem umtriebigen Investor in Österreich und der Schweiz. Er behauptet, Pecik habe seine Investment-Idee gestohlen, als er Abramowitschs 11%-Anteil am Immobilienunternehmen S Immo AG erwarb. Pecik weist die Anschuldigungen zurück und sagt, er sei erst vorgeprescht, nachdem ein gemeinsamer Plan aufgrund der Bedingungen und Schafferers mangelnder Finanzkraft gescheitert sei.

Das Urteil wird wahrscheinlich bis zum Obersten Gerichtshof Österreichs gehen und könnte festlegen, zu welchem Zeitpunkt Informationen über eine Geschäftsmöglichkeit bereits vor Unterzeichnung der Dokumente gesetzlich geschützt sind, sagt Andreas Mayr von der Anwaltskanzlei Dorda in Wien, die in diesem Fall kein Mandat hat. Dealmaker müssen möglicherweise auf ihre Worte acht geben, um sicherzustellen, dass sie keine unerwünschte Konkurrenz bekommen.

“Dieser Fall könnte letztendlich zeigen, was österreichische Gerichte heute über Formalanforderungen bei Transaktionen denken”, sagte Mayr. “Dies könnte sich in Zukunft auf die Strukturierung vieler anderer M&A-Transaktionen auswirken.”

Der Fall geht auf Januar 2017 zurück. Schafferers Vorschlag lautete, dass er eine ausgefeilte Geschäftsidee, Zugang zu den richtigen Personen und Teile der Finanzierung einbringen würde, während Pecik einen Großteil der Finanzierung bereitstellen sollte, geht aus Gerichtsdokumenten hervor, in die Bloomberg News Einblick hatte.

Die beiden redeten weiter über einen gemeinsamen Aufbau einer Beteiligung an S Immo und arbeiteten am Rande von Skirennen in Kitzbühel und bei Mittag- und Abendessen in Wien Pläne aus. Schafferer behauptet, er habe herausgefunden, dass Abramowitsch und die österreichische Erste Group Bank AG, ein weiterer wichtiger Aktionär von S Immo, zum Verkauf bereit waren. Pecik ging dann hinter seinem Rücken zu Abramowitsch und schloss die Transaktion allein ab.

Entscheidend ist, dass Vertragsentwürfe zwar hin und her geschickt, aber nie unterzeichnet wurden. Das allein bedeutet, dass es keinen Deal gab, argumentierte Peciks Anwalt letzte Woche vor Gericht. Aber Schafferer antwortete, er habe Pecik Informationen nur unter der Bedingung mitgeteilt, dass sie eine Transaktion zusammen durchführen würden. Mündliche Zusagen, Einigungen per Handschlag und E-Mails bedeuteten, dass die beiden eine verbindliche Vereinbarung hatten, sagt er.

Pecik widerspricht dieser Schilderung. Er sagt, Schafferer sei über informelle Gespräche nicht hinausgekommen und hätte nie Exklusivität gehabt. Pecik habe unabhängig von einem Banker gehört, dass Abramowitschs Anteil zum Verkauf stehe, berichtet er. Der Banker half ihm, mit dem russischen Milliardär in Kontakt zu treten, der ihn schließlich zu einem Gebot einlud. Schließlich gab Pecik bekannt, dass er eine Option zum Kauf der Beteiligung im April 2017 hatte, und schloss den Deal im Mai ab. Mit seinem Partner Rene Benko erhöhte Pecik seinen Anteil an S Immo auf 29%, bevor er ihn mit erheblichem Gewinn verkaufte.

Nach einer ersten Woche der Zeugenvernehmung, wurde der Prozess in dieser Woche wegen neuer Corona-Beschränkungen in Österreich vertagt. Das Prozessverfahren wird fortgesetzt, sobald der harte Lockdown aufgehoben ist. Ein Urteil ist Anfang nächsten Jahres möglich.

Überschrift des Artikels im Original:Honor Among Dealmakers on Trial in Tussle for Abramovich Shares

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