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Kläger im ersten VW-Verfahren vor dem BGH zufrieden

Der im ersten Verfahren zum VW-Dieselskandal vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erfolgreiche Kläger hat sich sehr zufrieden mit der Entscheidung gezeigt. "Ich bin sehr froh, es war ein langer Weg", sagte Herbert Gilbert am Montag nach der Urteilsverkündung in Karlsruhe. Es sei ein "toller Tag". Diese Entscheidung helfe ihm, aber auch tausenden anderen Klägern.

Der BGH hatte zuvor entschieden, dass VW-Kunden wegen der unerlaubten Abschalteinrichtung in Dieselwagen Schadenersatz zusteht. Die Bundesrichter bestätigten im Fall Gilberts im Wesentlichen das Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz, das dem Kläger fast 26.000 Euro zugesprochen hatte. Allerdings bekommt Gilbert nicht den kompletten Kaufpreis von 31.500 Euro zurück, weil er sich die Nutzung des Wagens anrechnen lassen muss.

Diese Anrechnung bezeichnete Gilbert als "bittere Pille". Er brachte zugleich seine Enttäuschung über das Verhalten des Autobauers in dem Skandal erneut deutlich zum Ausdruck: "Das Vertrauen ist weg." Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, in weltweit elf Millionen Fahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben.