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Kinderfotos im Netz: Nur wenige Eltern verdecken das Gesicht ihres Kindes

Nur eine Minderheit der deutschen Eltern verdeckt das Gesicht ihres Kindes auf online geteilten Urlaubsfotos. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von eco.

Urlaubsfotos gehören für die meisten Familien ganz selbstverständlich dazu. Doch nur wenige achten darauf, dass das Gesicht ihres Kindes nicht zu erkennen ist. (Bild: Sasiistock/iStock)
Urlaubsfotos gehören für die meisten Familien ganz selbstverständlich dazu. Doch nur wenige achten darauf, dass das Gesicht ihres Kindes nicht zu erkennen ist. (Bild: Sasiistock/iStock)

Babys erster Besuch am Strand, die erfolgreichen Schwimmversuche der großen Schwester oder das Lieblingseis, dessen Großteil eher auf den Klamotten als im Mund gelandet ist: Dies sind nur drei der beliebtesten Urlaubserinnerungen, die stolze Eltern gerne mit der Kamera festhalten, um sie anschließend mit Freunden und Familie zu teilen.

Doch nur die wenigsten machen sich vor dem Versenden Gedanken darüber, ob das Gesicht des Nachwuchs klar zu erkennen ist. Dies ergab eine entsprechende Umfrage des Meinungsforschungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von eco.

Nur 17,8 Prozent der befragten 1.003 Elternteile gab an, darauf zu achten, dass das Gesicht ihres Kindes nicht auf dem Bild ist. Nur knapp neun Prozent (8,8 Prozent) verdecken das Gesicht des Kindes mit einem Emoji. Immerhin verschicken rund Dreiviertel der Eltern (77,7 Prozent) keine Nacktfotos ihrer Kinder. 81,6 Prozent schränken den Empfängerkreis der Fotos über Messenger-Dienste oder Social-Media-Plattformen ein.

Expertin ruft zu mehr Vorsicht auf

Die Leiterin der eco Beschwerdestelle, Alexandra Koch-Skiba, wünscht sich hier eine größere Sorgfalt: "Es ist absolut nachvollziehbar, dass Eltern im Urlaub Fotos von ihren Kindern machen und diese auch Anderen zeigen möchten", sagt sie: "Doch entscheidend dabei ist, was auf den Bildern zu sehen ist und mit wem beziehungsweise auf welchen Plattformen sie geteilt werden. Auch wenn sich immer mehr Eltern Gedanken machen, zeigen die Umfrageergebnisse und unsere tägliche Arbeit, dass noch viel Aufklärungsarbeit nötig ist."

Grundsätzlich empfiehlt die Rechtsanwältin keine Fotos zu teilen, auf denen das Kind nackt oder nur leicht bekleidet, etwa mit einem Badeanzug ist. In den falschen Händen könnten diese Bilder von Pädophilen sexualisiert werden. Gleiches gelte jedoch auch für vermeintlich harmlose Schnappschüsse, etwa vom Spielplatz. Deshalb empfiehlt die Expertin: "Wer das Gesicht seiner Kinder mit einem Smiley bedeckt, verpixelt oder auch nur den Hinterkopf fotografiert, fährt hier auf jeden Fall eine Nummer sicherer." Auch sollen die Fotos lediglich mit Verwandten oder engen Freunden geteilt werden. Entsprechende Sicherheitseinstellungen bieten die gängigen Social-Media-Plattformen.

Zusammenarbeit für mehr Medienkompetenz

Außerdem empfiehlt Koch-Skiba, ältere Kinder in die Auswahl der Fotos mit einzubinden: "Wer seine Kinder aber schon früh an dieses Thema heranführt, leistet parallel wichtige Aufklärungsarbeit für deren spätere Social-Media-Nutzung im Teenager-Alter", erklärt sie.

Dies führt zu einem zweiten wichtigen Punkt, der in der Umfrage erforscht wurde: Auf die Frage "Bei welchen gesellschaftlichen Akteuren / Organisationen liegt Ihrer Meinung nach die größte Verantwortung, Kindern / Jugendlichen eine umfassende Medienkompetenz zu vermitteln" fiel die Antwort eindeutig aus: Zwei Drittel der Befragten (66,1 Prozent) sahen Eltern oder Familie in der Verantwortung. Lediglich ein Fünftel (22,4 Prozent) schoben die Aufgabe Bildungseinrichtungen zu. Geringe vier Prozent wünschten sich ein Eingreifen der Politik.

Koch-Skiba wünscht sich hingegen eine Zusammenarbeit der genannten Bereiche: "Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Internet und die Vermittlung digitaler Kompetenzen muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden, als ein Zusammenspiel von Eltern, Bildungseinrichtungen, Politik und beratenden Anlaufstellen wie der eco Beschwerdestelle. Nur so funktioniert es."

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