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Als meine Kinder klein waren, habe ich kurze Momente aus unserem Alltag aufgeschrieben – ich bin mit sehr dankbar dafür

Die Autorin schrieb kurze Erinnerungen in ein Buch für ihre beiden Kinder. - Copyright: Courtesy of the author
Die Autorin schrieb kurze Erinnerungen in ein Buch für ihre beiden Kinder. - Copyright: Courtesy of the author

Ich habe fast ein Jahr gebraucht, um zu berechnen, dass meine Kinder Sylvia und Nico 15 Monate auseinander lagen. Als Nico ein Neugeborenes war, fragten mich die Leute regelmäßig, wie nah die Kinder dem Alter nach seien. Meine Antwort war einstudiert, aber vage: "Sie ist nur etwa ein Jahr älter als er". Ich war einfach zu müde, um nachzurechnen.

Das Leben mit kleinen Kindern ist ebenso überwältigend wie erfüllend. Ständig passieren erstaunliche, lustige und absurde Dinge. Sie übernehmen den Haushalt und erschaffen so etwas wie eine neue Sprache – Wörter erhalten eine einzigartige Aussprache. Alles bekommt einen Spitznamen oder ein selbst gedichtetes Lied.

Weil es so vielfältig, authentisch und umfassend ist, neigt man zu der Annahme, dass die Momente unvergesslich sind. Aber die Details verschwinden wie das Babyspielzeug, das irgendwann weggepackt wird, wenn die Kinder aus ihm herausgewachsen sind.

Ich habe meinen eigenen Weg gefunden, Erinnerungen festzuhalten

Ich weder eine gute Fotografin, noch besonders handwerklich begabt. Es fiel mir schwer, mich auf Baby- und Fotobücher einzulassen, aber ich verstehe, warum solche Dinge wichtig sind. Ich wollte die Details dieses Abschnitts unseres Lebens festhalten. Aber es musste einfach und leicht zugänglich sein, wenn ich dabei bleiben wollte, während ich die Anforderungen von Vollzeitarbeit und Kindererziehung unter einen Hut bringen wollte.

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Also kaufte ich mir für jedes Kind ein kleines Notizbuch und begann, wann immer ich eine Minute Zeit hatte, kurze Abschnitte über sie zu schreiben. Frühmorgens, direkt vor dem Schlafengehen, vor dem Fernseher oder des Mittagsschlafs notierte ich das Datum und ein paar Details aus ihrem Tag. Wie war das Wetter, und wie hat sich das auf unsere Aktivitäten ausgewirkt? Was haben sie von unseren Abenteuern gehalten? Welche neuen Lebensmittel haben sie probiert? Was haben sie gelernt? Was haben sie gesagt? Wen haben sie getroffen?

Für die Autorin sind diese Schnipsel jetzt, wo ihre Kinder Teenager sind, unbezahlbar. - Copyright: Courtesy of the author
Für die Autorin sind diese Schnipsel jetzt, wo ihre Kinder Teenager sind, unbezahlbar. - Copyright: Courtesy of the author

Ich hielt einige große Meilensteine fest: das Aufsitzen, das Umdrehen und die ersten Schritte. Das Schreiben in einem freien Format gab mir auch Raum, um kleinere Entwicklungen festzuhalten, zum Beispiel das erste Mal, als die Kinder ein Feuerwerk sahen, einen Streit hatten, zu einer Geburtstagsparty gingen, alleine die Rutsche hinunterfuhren, einen Ball fingen oder eine Auszeit bekamen.

Es ist überhaupt nicht aufgeräumt – aber darum geht es nicht

Ich habe nicht jeden Tag geschrieben. Ich habe nur geschrieben, wenn ich Zeit und Material hatte. Manchmal schrieb auch mein Mann Greg einen Schnipsel. Wenn Großeltern, Tanten oder Onkel zu Besuch waren, lud ich sie ein, zu notieren, was sie an den Kindern beobachteten oder was sie mit Sylvia und Nico während ihres Besuchs unternahmen.

Die Schnipsel sind nicht sehr ordentlich. Meine Handschrift ist schrecklich, außerdem hatte ich es meist eilig. Auch sind die Einträge wegen der vielen Gastautoren alles andere als einheitlich. Dennoch bieten die Erzählungen lebendige Berichte über unser tägliches Leben und die wunderbaren Persönlichkeiten, die in diesen hektischen Tagen Gestalt annahmen.

Als die Kinder eingeschult wurden, habe ich aufgehört, in ihre Notizbücher zu schreiben. Immer mehr Erlebnisse fanden außerhalb unseres Hauses statt. Schulprojekte und -veranstaltungen boten neue Möglichkeiten, Erinnerungen festzuhalten.

Greg und ich holten die Hefte aus dem Regal und lasen sie, wenn wir nostalgisch wurden, aber meine Kinder interessierten sich nicht für ihre jüngste Vergangenheit. Ich glaube, sie fanden es peinlich zu hören, wie sie sich einmal vor dem Donner erschreckt haben, was sie von Popcorn hielten, als sie es zum ersten Mal probierten, oder die Einzelheiten eines zufälligen verregneten Nachmittags, den wir alle mit Puzzeln in unseren Pyjamas verbrachten.

Die Schnipsel erinnern uns daran, wie das Leben früher war

Sylvia und Nico befinden sich jetzt in der Anfangsphase des jungen Erwachsenenalters. Mittlerweile haben sie eine Fähigkeit zur Nostalgie entwickelt. Sie haben ihre eigenen Erinnerungen, Perspektiven und Interessen an ihre Vergangenheit.

Wir leben jetzt in einem anderen Haus. Unser altes Zuhause, in dem die Kinder aufgewachsen sind, hat zweimal den Besitzer gewechselt. Aber diese kleinen Schnipsel vermitteln uns einen Eindruck davon, wie es war, frühmorgens, beim Abendessen und mitten in der Nacht dort zu sein. Unsere kleinen Papierhefte sind ein immer offenes Fenster in unsere Vergangenheit. Sie halten die kleinsten Details der Babys, Kleinkinder und frischgebackenen Eltern fest, die dort ein gemeinsames Leben begonnen haben.

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