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„Als Kind wollte ich immer LKW-Fahrer werden” – wie Ralf Dümmels Unternehmerkarriere begann

·Lesedauer: 4 Min.
Ralf Dümmel hat sein Konsumgüter-Imperium kürzlich für 220 Millionen Euro verkauft.
Ralf Dümmel hat sein Konsumgüter-Imperium kürzlich für 220 Millionen Euro verkauft.

Als er darauf angesprochen wurde, bei der Vox-Unterhaltungsshow „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) mitzumachen, zögerte Ralf Dümmel: Leute würden ihn auf der Straße erkennen, zu sehr würde er seine Privatsphäre aufgeben müssen. Trotzdem entschied er sich für die Teilnahme, da sein Konsumgüter-Unternehmen DS Produkte von seinem Auftritt als Juror enorm profitieren könnte. Recht behielt er in beiden Angelegenheiten: Seine Firma verkaufte er vor Kurzem an Co-Juror Georg Kofler für satte 220,5 Millionen. Und unerkannt aus dem Haus gehen kann sich der 55-jährige Publikumsliebling aus Bad Segeberg schon seit seinem ersten Auftritt bei "DHDL" abschminken.

Im neuen Gründerszene-Format „Flashback“ wollten wir von Dümmel wissen: Wie hat seine Gründerkarriere begonnen? Was waren die Schlüsselmomente auf dem Weg zum Unternehmer? Und wie hat ihn der Erfolg persönlich verändert? Hier findet ihr die Antworten.

Lieber Ralf, wie würde deine beste Freundin oder dein bester Freund dich in einem Satz beschreiben?

Da müssten wir meinen besten Freund am besten einmal fragen! (lacht) Ich glaube, dass mein bester Freund sagen würde: Ralf ist mein bester Freund, weil ich mich immer auf ihn verlassen kann, er mir immer mit Rat und Tat zur Seite steht und mit den buntesten Socken der Welt durchs Geschäfts- und Privatleben geht.

Inwiefern haben dich Menschen oder Erlebnisse in deiner Umwelt geprägt?

Mich haben bestimmte Menschen sehr geprägt. Ich bin glücklich darüber, dass ich schon immer starke Menschen in meinem Leben hatte, die mich auf den richtigen Weg gebracht haben. Angefangen bei meinen Eltern, von denen ich meine Werte habe und gelernt habe, dass man fleißig und bodenständig sein sollte. Mein früherer Ausbildungsleiter Bernd Schindzielorz hat mir alles über das Verkaufen beigebracht und natürlich der Gründer von DS Produkte, Dieter Schwarz, mein Ziehvater und Mentor. Sie alle haben mich sehr geprägt und ohne diese Menschen wäre ich nicht der Ralf, der ich heute bin. Meine Löwenkinder tragen auch einen großen Teil bei. Denn von ihnen lerne ich jeden Tag so viel Neues.

Was wolltest du als Kind von Beruf werden?

Als Kind war mein Traumberuf LKW-Fahrer. An den Raststätten habe ich immer gesehen, dass die Fahrer fernsehen konnten. Da dachte sich der kleine Ralf: „Fernsehen und LKW fahren – was für ein Traumjob.“ Mir war damals nicht klar, dass Lkw-Fahrer einen wirklich harten Job haben. Heute habe ich den allergrößten Respekt vor diesem Beruf.

Wer war dein Vorbild und warum?

Für mich war und ist Dieter Schwarz, der Gründer von DS, mehr als ein Vorbild. Für mich war er der Mentor, von dem ich alles gelernt habe, und jemand, der mich auf meiner Reise begleitet hat. Die ersten sechs Monate im Unternehmen durfte ich wirklich nichts alleine machen, sondern habe ihn nur begleitetet und beobachtet. Ich kann sagen: Kein Mensch allein ist der Klügste. Als junger Mann wollte ich die Bedeutung von Erfahrung nie wahrhaben, da dachte ich immer: 'Es gibt nicht jung und alt, sondern nur gut oder schlecht.'

Welche Hürden musstest du für deine Selbstständigkeit überwinden?

Ich bin mehr oder weniger in die Selbstständigkeit gerutscht (lacht). Ich habe gar nicht geplant, Geschäftsführer einer Firma zu werden. Man muss viel Verantwortung tragen, entscheidet nicht für sich alleine, sondern trägt die Verantwortung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wie unterscheidet sich dein heutiger Charakter – ein charismatischer, beliebter Unternehmer, Investor und Fernsehstar – von deinem früheren?

Ich habe mich nicht verändert – ich fühle mich nicht wie ein Fernsehstar, denn ich bin auch keiner. Ich muss im Fernsehen nur ich selbst sein und zum Glück keine Rolle spielen. Außer, dass mich vielleicht zwei, drei Menschen auf der Straße erkennen und ich mit vielen großartigen Gründerinnen und Gründern arbeiten darf, hat sich gar nichts verändert.

Warum, glaubst du, bist du so erfolgreich geworden und manch anderer mit spannenden Ideen vielleicht nicht?

Ich kann da nur für mich sprechen: Ohne meinen Team wäre ich heute nicht so erfolgreich. Ich habe so starke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um mich herum, die alle ein mega Know-how haben und sensationell sind. Gemeinsam schreiben wir Erfolge und dafür bin ich einfach nur dankbar.

Basierend auf deinem Hintergrund, welchen Rat würdest du anderen Gründern und solchen, die es werden wollen, mit auf den Weg geben?

Mein Leitsatz ist: Können kommt von Wollen. Man sollte für die eigene Idee brennen und dafür kämpfen – das ist erstmal die Grundvoraussetzung. Die größte Herausforderung dabei ist, nicht die Kosten aus den Augen zu verlieren. Bevor kein Geld verdient wird, muss man das Geld im Zaum halten, denn: Geld haben kommt nicht von Geld ausgeben. Besonders bei innovativen Geschäftsmodellen, die viel Entwicklungszeit kosten, ist das nicht einfach.

Würdest du alles auf dem Weg zum heutigen Erfolg nochmal genauso machen?

Ich würde alles GENAUSO wieder machen. Ich würde überhaupt nichts an meinem Leben ändern wollen, auch nicht die Fehler, die ich gemacht habe. Da habe ich zwar eine Menge Lehrgeld für zahlen müssen. Aber diese haben mir viel Erfahrung gebracht und daraus wird man nur schlauer.

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