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KGV unter 5, Dividendenrendite über 5 %: 2 Aktien, die diesen Mix jetzt noch bieten

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Günstige, dividendenstarke Aktien haben eine gewisse Faszination. Insbesondere zuverlässige Dividendenaktien oder solche mit einem gewaltigen Potenzial bieten jedoch häufig keine preiswerte Bewertung. Ein Dilemma, das man angesichts des häufig großen Interesses an solchen Aktien nur schwer lösen kann.

Nichtsdestoweniger existieren einige spannende Aktien, die zumindest über interessante Ansätze verfügen und dabei eine günstige Bewertung aufweisen. Werfen wir heute einen Blick auf zwei Aktien, die es auf eine Dividendenrendite von über 5 % sowie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 5 bringen und trotz ihrer mit Skepsis bepreisten Bewertung möglicherweise interessant sind.

1. Evraz: Zeichnet sich hier ein Turnaround ab?

Eine erste Aktie, die über einen solchen interessanten Mix verfügt, ist zunächst die von Evraz (WKN: A1JMT9). Dieser russische Stahlgigant, der außerdem auch im britischen FTSE 100 gelistet ist, kam im vergangenen Geschäftsjahr auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 1,25 Pfund Sterling. Bei einem derzeitigen Kursniveau von 3,59 Pfund Sterling beläuft sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis hier auf lediglich 2,9, was durchaus preiswert ist.

Auch die Dividendenrendite ist hier wirklich sehr, sehr hoch. Bei einer für das vergangene Geschäftsjahr ausgeschütteten Dividende in Höhe von 0,91 Pfund Sterling beliefe sich dieser Wert hier auf 25,3 %, was ebenfalls einige Investoren abschrecken dürfte. Trotz der Tatsache, dass die Dividende zumindest im vergangenen Geschäftsjahr operativ vom Gewinn gedeckt gewesen ist.

Eine Skepsis, die möglicherweise berechtigt ist. Evraz ist mit Sicherheit alles andere als der sichere Ausschütter, alleine ein Blick auf die Gewinnhistorie genügt, um zu sehen, dass die Geschäftsjahre 2012 bis 2016 allesamt mit einem Verlust abgeschlossen worden sind. Auch die Dividende wurde entsprechend erst vor zwei Jahren neu aufgelegt, was die Unsicherheit natürlich ebenfalls schüren könnte.

Sollte Evraz nun allerdings das operative Ruder herumgerissen haben, könnte hier eine spannende, langfristige Turnaroundgeschichte lauern. Womöglich wird die Dividende nicht immer gleichbleibend hoch sein, doch selbst heftige Kürzungen könnten hier zu ansehnlichen und hohen Dividendenrenditen führen.

2. Gazprom: Das Dividendenwachstum hat gerade begonnen

Wem die Aktie von Evraz zu unsicher ist, für den könnte Gazprom (WKN: 903276) ein spannender Vertreter sein, der hier ebenfalls viele Kriterien erfüllt. Und vielleicht sogar noch etwas konservativer im Vergleich zum russischen Stahlproduzenten ist.

Der russische Erdgasförderer kam im vergangenen Geschäftsjahr nämlich auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 65,89 Russische Rubel, was bei einem derzeitigen Kursniveau von 248,34 Russische Rubel einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 3,76 entsprechen würde. Bei einer Ausschüttung in Höhe von 16,61 Russische Rubel beliefe sich die Dividendenrendite bei dem aktuellen Kursniveau auf 6,68 %, was ebenfalls recht hoch und potenziell interessant ist.

Gazprom könnte nämlich noch vor reichlich Dividendenwachstum stehen. Das Management des Erdgasriesen möchte künftig die eigene Dividende je Aktie auf rund 50 % des Gewinns anheben, gemessen an den 2018er-Werten beliefe sich das aktuelle Ausschüttungsverhältnis jedoch lediglich auf rund 25 %. Selbst wenn Gazprom daher noch einige operative Einbußen hinzunehmen hätte, könnten hier die Ausschüttungen noch einmal ordentlich steigen. Womöglich hat hier das Dividendenwachstum in diesem Jahr gerade erst begonnen.

Es gibt sie, die günstigen Dividendenaktien!

Wie wir daher unterm Strich sehen können, existieren noch immer vergleichsweise günstige Dividendenaktien. Die von Gazprom und auch die von Evraz gehören definitiv dazu, wobei man sich natürlich nicht bloß auf die preiswerte Bewertung versteifen sollte, sondern auch die Chancen und Risiken dieser potenziellen Schnäppchen betrachten sollte. Speziell bei Evraz scheint es einige Unsicherheiten zu geben, die zu diesem preiswerten Bewertungsmaß führten.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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