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Zverev folgt Kerber und Struff in Runde drei

SID
·Lesedauer: 3 Min.

Angie Kerber blieb in der schwülen Hitze von New York ganz cool, Alexander Zverev machte es ein bisschen spannend, und Jan-Lennard Struff folgte den beiden Topstars in die dritte Runde der US Open.

Während Kerber beim 6:3, 7:6 (8:6) gegen Anna-Lena Friedsam ebenso erneut ohne Satzverlust blieb wie Struff beim 6:2, 6:2, 7:5 gegen Michael Mmoh (USA), drehte Zverev beim 7:5, 6:7 (8:10), 6:3, 6:1 gegen den 19 Jahre alten Wildcard-Spieler Brandon Nakashima (USA) eine kleine Ehrenrunde. (Spielplan und Ergebnisse der US Open)

Am Freitag muss sich das verbliebene deutsche Trio beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres erneut beweisen. Kerber trifft auf die US-Amerikanerin Ann Li, Zverev auf den an Nummer 32 gesetzten Franzosen Adrian Mannarino und Struff auf den Weltranglistenersten Novak Djokovic aus Serbien, der den Briten Kyle Edmund in vier Sätzen besiegt hat.

Schwierige Momente für Zverev

Zverev schien von der jugendlichen Unbekümmertheit seines Gegners zwei Sätze lang ein wenig überrumpelt zu werden. Unerschrocken und mutig schlug der frühere Collegespieler Nakashima dem Weltranglistensiebten die Bälle um die Ohren, hatte aber auch eine gewaltige Streuung in seinen Schlägen. "Hier kann irgendwie alles passieren, sowas ist ganz gefährlich", sagte Eurosport-Experte Boris Becker.

Zwei Sätze lang wurde Zverev regelrecht durchgeschüttelt, dann hatte er seinen Rhythmus gefunden. Zu Beginn des dritten Satzes ließ er sich schnell noch neue Tennisschuhe bringen, weil die alten durchgeschwitzt waren, dann startete er durch. Nakashima war mit seiner Kunst am Ende, Zverev besann sich auf seine Stärken und verwandelte nach 2:55 Stunden seinen zweiten Matchball.

"Ich glaube, mein zweiter Aufschlag war am Anfang ein bisschen schwierig, von der Grundlinie habe ich nicht so gut gespielt, und meine Rückhand war auch nicht so toll", sagte Zverev: "Da muss ich noch was dran tun."

Kerber nach Sieg erleichtert

Kerber war nach ihrem Sieg gegen Friedsam unter dem geschlossenen Dach des Louis-Armstrong-Stadions sichtbar erleichtert. "Ich weiß nicht, wie viele Liter ich heute ausgeschwitzt habe, die Bedingungen waren extrem", sagte die 32-Jährige, die in der dritten Runde am Freitag auf Ann Li oder Alison Riske (beide USA) trifft.

Allmählich fühle es sich nach der langen Pause "wieder normal an, auf dem Platz zu stehen, es kommt alles langsam wieder".

Sie sei "sehr zufrieden, sehr froh, dass ich in der dritten Runde stehe", sagte Kerber bei Eurosport: "Das hätte ich vor ein paar Wochen nicht gedacht."

Friedsam enttäuscht

Wenig später saß Anna-Lena Friedsam im Intervieraum 2, schwankend zwischen Enttäuschung über vergebene Chancen und Stolz über eines der besten Matches ihrer Karriere. "Es war superhart", sagte sie, "Angie hat mir keinen freien Punkt geschenkt, ich musste mit jeden erkämpfen."

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Kerber punktete in ihrem 50. Grand-Slam-Turnier vor allem mit Routine und Erfahrung. Friedsam, die erstmals überhaupt bei den US Open die erste Runde überstanden hatte, ließ sich in oft aussichtsreicher Position immer wieder zurückdrängen. Nach 35 Minuten verwandelte Kerber ihren ersten Satzball zum 6:3.

Im zweiten Satz entwickelte sich ein phasenweise hochklassiger Schlagabtausch, in dem Kerber nach 1:40 Stunden im Tiebreak dann das bessere Ende für sich hatte: "Ich fühle mich gut, aber es ist noch ein weiter Weg, und ich gehe ihn Schritt für Schritt."