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Vom Keller zum Dach: Hier könnt ihr Energie sparen, damit die nächste Rechnung nicht zu hoch ausfällt

Das Geld ist knapp bei vielen Deutschen, denn die Inflation drückt auf den Geldbeutel. Vom Keller zum Dach kann man zu Hause noch viel sparen. - Copyright: Westend61/Getty Images
Das Geld ist knapp bei vielen Deutschen, denn die Inflation drückt auf den Geldbeutel. Vom Keller zum Dach kann man zu Hause noch viel sparen. - Copyright: Westend61/Getty Images

Der oberste Chef des Energieverbrauchs in Deutschland hat am Wochenende gewarnt, dass die Bürger hierzulande nicht genügend Gas und Strom sparen. 20 Prozent mehr Anstrengung müsste drin sein, sonst droht uns ein unfreiwillig kalter Winter. Denn die Speicher wären leer.

Wir zeigen euch von Raum zu Raum in eurer Wohnung oder im eigenen Heim, wo ihr noch Energiesparpotenzial übersehen habt und was das bringt. Duschen allein kostet beispielsweise etwa 500 Euro im Jahr.

Das Badezimmer

Obwohl als Warm-Duscher verschrien, genießen ganz viele Deutsche eine ausgiebige, heiße Dusche am Morgen. Was das kostet, hat dabei kaum jemand auf dem Schirm. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rechnet es vor: Für eine achtminütige Dusche mit 38 Grad warmem Wasser werden etwa 100 Liter benötigt. Im Schnitt gibt jeder im Haushalt dafür täglich etwa 1,38 Euro aus – und aufs Jahr gerechnet stolze 503 Euro. Rund 14 Prozent der Energiekosten eines Haushalts gehen auf das Konto Warmwasser.

Wer die Duschzeit reduziert und den Wasserstrahl beim Einseifen abdreht sowie die Temperatur ein bisschen reduziert, kann sein Konto schonen. Wie viel das beim Duschen bringt, kann jeder online selbst hier berechnen. Noch teurer ist nur das Baden, aber das wissen inzwischen die meisten.

Wer es ganz genau nehmen will, schafft sich für etwa 20 Euro einen Sparduschkopf an, der Luft untermischt. Das reduziert die Wassermenge um bis zu 50 Prozent. Der Austausch des Duschkopfs ist leicht selber möglich. Ob man mit dem geringeren Wasserdruck allerdings zurechtkommt, muss jeder für sich herausfinden. Zusatztipp: wer die Hände mit kaltem Wasser wäscht, spart Energie und Geld.

In der Küche

Wer nach dem Kochen viele Töpfe und Pfannen abspülen muss, sollte sie nicht in die Spülmaschine stecken, sondern per Hand abspülen. Das kann helfen, die Energiekosten zu drücken. Wer aber dabei das Spülwasser wechselt, sollte die Spülmaschine vorziehen. Und dabei stets das Ökoprogramm statt des Kurzprogramms anwählen. Auch wenn die Maschine länger läuft, wird so Wasser und Energie gespart. Das Gerät immer möglichst voll beladen.

Die Verbraucherschützer geben auch Tipps für die optimalen Temperaturen im Kühlschrank: Sieben Grad im Kühlschrank und minus 18 Grad im Eisfach reichen demnach aus. Schon ein Grad mehr steigert den Stromverbrauch jeweils um sechs Prozent.

Bei der Kühltruhe spart jährliches Abtauen zusätzlich Geld. Denn ist das Gefrierfach vereist, steigt der Stromverbrauch bis zu 15 Prozent. Was wahrscheinlich jeder weiß: Die Kühlschranktür nicht offenstehen zu lassen und keine warmen Speisen direkt in den Kühlschrank stellen. Ein Punkt, bei dem Mieter mit eingebauter Küche weniger Handhabe haben: Je kühler die Umgebung rund um den Kühlschrank, desto weniger muss der Kompressor anspringen.

Im Homeoffice

Kabelsalat und zig Geräte im Umfeld – das kostet ordentlich Strom. Wer 3,5 Stunden pro Tag mit Computerzocken verbringt, verbraucht im Jahr rund 380 Kilowattstunden Strom im Jahr. Das ist so viel wie 500 Mal Wäsche waschen. Schon Kinder wissen: Den Fernseher oder Laptop richtig ausschalten, nicht nur im Stand-by-Modus lassen. Das spart ebenfalls Strom, geschätzt etwa zehn Prozent des Haushaltsverbrauchs. Leichter machen das Sparen hier Steckerleisten mit Kippschaltern, die mit einem Tritt ausgeschaltet sind.

Der Großteil – nämlich etwa 70 Prozent des Energieverbrauchs einer Wohnung – fällt beim Heizen an. Die teure Variante: ein hydraulischer Abgleich der Heizung vom Techniker, das kostet allerdings bis zu 1000 Euro. Im Eigenheim helfen vielleicht schon ein paar Handgriffe am Heizungsregelung, damit die Heizzeiten und die Vorlauftemperatur genauer eingestellt wird. Denn jedes Grad weniger an Raumtemperatur spart sechs Prozent der Heizkosten. Mieter können zudem gluckernde Heizkörper entlüften und Vorhänge oder Möbel vor der Heizung unbedingt wegrutschen.

Im Wäschekeller

Ein enormer Stromfresser ist der Wäschetrockner. Bei älteren Geräten, die schon 15 Jahre und mehr auf dem Buckel haben, kostet jeder Trockengang etwa 1,50 Euro, bei jüngeren Geräten unter einem Euro. Gerade wenn es so warm draußen ist, sollte man Handtücher lieber auf dem Wäscheständer trocknen lassen.

Für Waschmaschinen gilt das gleiche wie für die Spülmaschine: Die Geräte gehören möglichst voll beladen. Niedrige Temperaturen wie 30 und 40 Grad wählen oder ein Ökoprogramm, spart noch zusätzliches Geld. Nur für Bettwäsche oder stark verschmutzt Kleidung sollte der 60 Grad-Waschgang eingeschaltet werden. Bei Neuanschaffungen achtet man am besten darauf, ein Gerät der Klasse A zu kaufen, wenn es finanziell möglich ist.

Wieder ein Vorteil für Eigenheimbesitzer: Wer nackte Heizungsrohre im Keller hat, sollte sie dämmen. Die Ummantelung gibt es im Baumarkt zu kaufen.