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Kehrtwende bei Commerzbank-IT-Reform: Kostenersparnis in Gefahr

(Bloomberg) -- Die Commerzbank AG erwägt informierten Kreisen zufolge eine Kehrtwende bei ihrer geplanten IT-Reform. Die Systeme ihrer Online-Retailsparte könnten demnach zum Herzstück der konzernweiten digitalen Strategie werden, statt abgestellt zu werden. Das würde modernere und nutzerfreundlichere Technologie in der Bank ausrollen, andererseits aber Einsparungen in Millionenhöhe gefährden, heißt es.

Die Entscheidung würde bedeuten, dass die Comdirect zum Herzstück des Privatkundengeschäfts wird und möglicherweise Teile der Kunden der Commerzbank auf die Systeme der Comdirect migriert werden, anstatt umgekehrt, berichten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Entschieden ist noch nichts, da die Commerzbank etwa 80 Millionen Euro an Kosteneinsparungen verlieren würde, heißt es weiter. Der Übergang könnte auch zu technischen Problemen führen, falls die kleinere Comdirect ihre Kapazität anpassen müsste, um die größere Zahl von Commerzbank-Kunden zu betreuen.

“Der Fahrplan für die Integration der Comdirect ist unverändert”, sagte eine Sprecherin der Commerzbank. “Spekulationen zu potenziellen Szenarien kommentieren wir grundsätzlich nicht.”

Die Stilllegung der Comdirect-IT war Teil des Plans von Vorstandschef Manfred Knof, die Ausgaben von 2021 bis 2024 um 1,3 Milliarden Euro zu senken. Knof hat seit seinem Amtsantritt Anfang 2021 bereits mehrere Kostenziele aufgegeben, während er sein Profitabilitätsziel dank höherer Erträge erhöht hat. Die Entscheidung, die Comdirect zu integrieren, geht noch auf Knofs Vorgänger Martin Zielke zurück. Zielke wollte insgesamt 150 Millionen Euro einsparen, unter anderem durch die Abschaltung der IT der Tochter.

Überschrift des Artikels im Original:

Commerzbank Weighs Keeping Comdirect IT to Push Digital Strategy

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©2022 Bloomberg L.P.

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