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Gründerin Katharina Wolff: "Gehälter entwickeln sich in absurde Sphären"

·Lesedauer: 4 Min.
Parallel zu Strive leitet Katharina Wolff auch noch eine Personalberatung, die sie vor mehr als zehn Jahren gegründet hat.
Parallel zu Strive leitet Katharina Wolff auch noch eine Personalberatung, die sie vor mehr als zehn Jahren gegründet hat.

Mit Printprodukten lässt sich kein Geld verdienen, so lautet eine geflügelte Meinung im Medienbereich. Print ist tot, so eine noch verbreitetere. Die Digitalunternehmerin Katharina Wolff ließ sich davon nicht beirren und gründete 2020 mit Strive ein Wirtschaftsmagazin aus Frauenperspektive – samt eigenem Verlag. Von ihrer Idee konnte sie namhafte Geldgeber aus der Digitalszene überzeugen: Investiert haben unter anderem der About-You-Chef Tarek Müller und Paul Schwarzenholz, Gründer von Flaconi und Zenloop.

Im Gründerszene-Fragebogen berichtet die 38-jährige Wolff von ihrem arbeitsreichen Jahr 2021, von Schwierigkeiten im Homeoffice und von ihrem größtem Hobby: Schlafen.

Katharina, was hast du im vergangenen Jahr neu über dich gelernt?

Ich habe gelernt, dass echte Erholung zwei Ebenen für mich hat: Eine körperliche und eine geistige. Mein Geist kann immer dann gut erholen, wenn mein Hirn ausgeschaltet oder stark abgelenkt ist. Eine Safari ist zum Beispiel eine gute geistige Erholung, weil man den ganzen Tag unterwegs ist und neue Eindrücke bekommt. Mein Körper hingegen kann nur entspannen, wenn ich nicht früh aufstehe und den Tag über wenig Aktives mache. Für die echte Erholung brauche ich beides, bin aber dankbar, den Unterschied nun zu kennen.

Stichwort Mental Health: Wie hältst du dich psychisch fit – vor allem im Lockdown?

Am Anfang mit sehr viel Wein. Ich konnte mich ehrlich gesagt nicht gut auf das dauerhafte Homeoffice und die Situation einstellen. Ich funktioniere dann wie eine Kämpferin, da ich eine gute Krisenmanagerin bin. Aber meine mentale Stabilität leidet sehr. Mittlerweile habe ich einen guten Rhythmus gefunden, gehe regelmäßig joggen und versuche tatsächlich so oft es geht im Büro zu sein, da es mir gut tut, meinen Tag auch abschließen zu können.

Die Homeoffice-Regelungen änderten sich mehrfach. Wie habt ihr die Änderungen gehandhabt?

Bei beiden meiner Firmen leben wir stark vom Austausch. Die Teams möchten tatsächlich gern im Büro gemeinsam arbeiten, lieben aber auch die Freiheit, Homeoffice machen zu können. Wir haben daher die Regelung gefunden, dass wir montags bis mittwochs gemeinsam im Büro sind und am Donnerstag und Freitag kann jede und jeder selbst entscheiden, wo er oder sie den Tag verbringt.

Wie würdest du die Entwicklung der Startup-Szene 2021 beschreiben?

Alles ist wieder wie immer. Unvorhersehbare Trends setzen sich durch und Regeln werden auf den Kopf gestellt. Venture Capital fließt in Massen, die Gehälter entwickeln sich in absurde Sphären und viele Börsenbewertungen sind völlig vom Realmarkt entkoppelt. Aus meiner Perspektive sieht das also genauso aus wie auch in den vergangenen Jahren vor Corona.

Was hast du im vorigen Jahr besonders vermisst?

Events. Große, feuchtfröhliche, tanzreiche Events.

Hast du ein Hobby neu für dich entdeckt?

Nein. Ich habe früher schon immer gesagt, dass Schlafen mein Hobby ist. Das hat sich nicht verändert, passt nur noch mehr in die heutige Zeit.

Wen hättest du in den vergangenen Monaten gern mal zum Lunch getroffen?

Angela Merkel. Ich würde unheimlich gern wissen, wie ihre Corona-Strategie ausgesehen hätte, wenn sie nicht diverse Lobbyverbände, die anderen Parteien und die "Bild"-Zeitung im Nacken gehabt hätte. Vielleicht wäre es sogar alles noch viel schlimmer geworden. Aber ich halte sie für eine sehr intelligente und weitsichtige Frau, daher würde mich ihre ganz individuelle Meinung interessieren.

Wofür hast du das meiste Geld ausgegeben?

Für Reisen. Klingt merkwürdig und es waren auch nur zwei Reisen vergangenes Jahr, aber gerade weil wir alle weniger reisen, gebe ich dann mehr Geld aus. Den Wohnungsumbau machen wir dieses Jahr, da passe ich dann auch wieder ins Klischee.

Welche Startup-News hättest du gern gelesen?

Ein von einer Frau gegründetes Startup legt den größten Börsengang des Jahres hin.

Von welcher Firma hättest du 2021 gekauft, wäre sie an der Börse?

Ich habe diverse Digital-Unternehmen im Aktienportfolio, aber einige Themen, die ich gerade sehr genau beobachte, sind noch nicht handelbar. Ich glaube zum Beispiel stark an Katharina Jünger und ihr Startup Teleclinic. Da würde ich mir sofort Aktien zulegen.

Welchen Trend fandest du überbewertet?

Ich glaube, jeder Trend hat seine Berechtigung und nur, weil ich einen Trend nicht verstehe, muss er nicht schlecht sein. Daher denke ich tatsächlich nicht in diesen Kategorien. Ich persönlich verstehe zum Beispiel den Hype um Tiktok nicht. Aber ich bin nicht so weltfremd zu behaupten, dass Tiktok überbewertet ist.

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