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Kassenleistungen: TK-Chef fordert Vorrang für einheimische Biotech-Forschung

Tutt, Cordula
·Lesedauer: 1 Min.

Der Vorstandschef der Techniker-Krankenkasse, Jens Baas, will die Biotech-Forschung im Land zum Maßstab für die Erstattung durch die Versicherungen machen. Was dahintersteckt.

Die Techniker Krankenkasse kann sich vorstellen, die Forschung der Medikamentenentwicklung zu fördern. Foto: dpa
Die Techniker Krankenkasse kann sich vorstellen, die Forschung der Medikamentenentwicklung zu fördern. Foto: dpa

Um Biotech-Unternehmen und deren Medikamentenentwicklung zu fördern, will der Chef der größten deutschen Krankenkasse die Forschung im Land zum Maßstab für die Erstattung durch die Versicherungen machen. Der Vorstandschef der Techniker-Krankenkasse (TK), Jens Baas, sagte der WirtschaftsWoche: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir bei Medikamentenausschreibungen neben Kriterien wie dem Preis und der Lieferbarkeit das Kriterium berücksichtigen, ob in Deutschland oder der EU geforscht und produziert wurde.“

Das sei gerechtfertigt, wenn der Staat Forschung und Start-ups unterstütze. „Wenn staatliches Geld investiert wird, kann man auch eine Gegenleistung vereinbaren. Das hilft dem Standort.“ Noch fehlten dazu die gesetzlichen Voraussetzungen. Baas vertritt knapp elf Millionen TK-Versicherte. Insgesamt sind mehr als 70 Millionen Menschen in Deutschland in einer gesetzlichen Krankenkasse, für die solche Kriterien dann gelten würden.

Die verzögert anlaufende Produktion von Impfstoffen gegen Covid-19, die etwa von den deutschen Firmen Biontech und Curevac entwickelt wurden, sorgt derzeit für Debatten. Politiker hatten gefordert, bevor hierzulande der gelieferte Impfstoff gekürzt werde, müsse zunächst der Export in andere Länder eingeschränkt werden.

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