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Kartoffelsalat: Mit Mayo oder Essig und Öl - Zwei Rezepte aus Nord und Süd

“Die im Süden essen Stäbchen und wir essen Lachs”, heißt es in dem Titel “Nordisch by Nature” der Band Fettes Brot und beim Kartoffelsalat gibt es das gleiche Nord-Süd-Gefälle. Das Grundrezept ist das Gleiche, aber beim Dressing werden alle patriotisch.

Denn im Norden kommt der Salat traditionell mit Mayo auf den Tisch und im Süden überwiegend mit einem Mix aus Essig und Öl. Aber woher kommt das? Die ersten Kartoffeln kamen wohl im 16. Jahrhundert nach Europa. Wie das mit neuen Dingen immer so ist, wurde wohl ein wenig herumprobiert, was sich mit der Knolle alles anstellen lässt.

Kartoffelsalat mit Essig gibt es schon lange

Aufzeichnungen beweisen, dass das erste deutschsprachige Kartoffelsalat-Rezept aus dem Jahr 1621, aus einem österreichischen Kloster stammt. Das ist somit hauptsächlich der Grund dafür, weshalb die Süddeutschen die Erdäpfel lieber mit einem Essig-Öl-Dressing vermengen: Das haben die schon immer so gemacht.

Auf die Idee, den Salat mit Mayo zu vermischen, kamen die Norddeutschen angeblich erst im 20. Jahrhundert. Aufzeichnungen sind dazu leider nicht wirklich zu finden. Allerdings soll die Variante mit Mayonnaise und säuerlicher Essiggurke um ein Vielfaches besser zu Fischen wie Lachs oder Matjes passen. Auch die landen bei manchen Leuten mit im Kartoffelsalat – und wo finden diese Fische sich eher wieder? Richtig, im Norden der Nation, am Meer.

Zu welchem Team gehörst du: "Team-Mayo" oder "Team-Öl"? (Bild: Getty Images)

Nur die Kartoffeln werden gleich gekocht

Nichtsdestotrotz werden sowohl in Süd- als auch in Norddeutschland die Kartoffeln gleich zubereitet. Verwendet werden immer festkochende Kartoffeln und die kommen samt Schale in einen Topf mit gesalzenem Wasser. Das war es schon, ab hier beginnt die Trennung des Rezepts, denn im Süden wird er warm gegessen und im Norden lassen sie die Kartoffeln abkühlen.

Du bekommst zuerst die norddeutsche Variante eines wirklich guten Kartoffelsalats:

Zutaten:

  • 1 Kilo (8-9 mittelgroße) festkochende oder universell verwendbare Kartoffeln

  • 1 Apfel (fest)

  • 1 kleine Zwiebel

  • 1 saure Gurke mit Dill

  • 1/2 Salatgurke

  • 1/4 Cup oder 4 EL Apfelessig

  • 1/2 Cup oder 8 EL Mayonnaise

  • 2 EL gehackte frische Petersilie + einige zum Garnieren

  • 1/2 - 1 TL Salz (fang mit weniger an und finde heraus, wie es dir am besten gefällt)

  • 1/4 - 1/2 TL Pfeffer (fang mit weniger an und finde heraus, wie es dir am besten gefällt)

Zubereitung:

  1. Kartoffeln gut waschen! Kartoffeln (mit Schale) in einen großen Topf mit passendem Deckel geben. Füge Wasser hinzu, sodass die Kartoffeln nur halb bedeckt sind. Salz zugeben. Deckel drauf. Bei hoher Temperatur schnell zum Kochen bringen. Die Temperatur auf mittel- bis niedrig stellen und ca. 20 Minuten köcheln lassen.

  2. Kartoffeln pellen. Vollständig abkühlen lassen.

  3. Die Soße zubereiten, indem du Mayonnaise, Essig und Petersilie miteinander vermischst. Nach Belieben mit Salz und Pfeffer würzen.

  4. Die Hälfte der Soße in eine große Schüssel geben.

  5. Apfel schälen, zerkleinern und in Würfel schneiden. Sofort in die Soße geben.

  6. Saure Gurke schälen, vierteln und in Scheiben schneiden.

  7. Salatgurke vierteln und in Scheiben schneiden.

  8. Abgekühlte und gepellte Kartoffeln in Scheiben schneiden.

  9. Zwiebel hacken.

  10. Alle Zutaten in die große Schüssel mit der Soße und dem zerkleinerten Apfel geben und vorsichtig vermengen.

  11. Restliche Soße über den Salat gießen.

  12. Mit frischen Petersilienblättern garnieren. Fertig.

Für den Selbstversuch und perfekten Vergleich bekommst du hier eine sehr leckere süddeutsche Variante:

Zutaten:

  • 1,2 Kilo festkochende oder universell verwendbare Kartoffeln

  • 1/2 - 1 TL Salz (fang mit weniger an und finde heraus, wie es dir am besten gefällt)

  • 1/4 - 1/2 TL Pfeffer (fang mit weniger an und finde heraus, wie es dir am besten gefällt)

  • 1 Zwiebel

  • 200 ml Brühe

  • 3 EL Tafel-Essig

  • 1 TL Senf

  • 1 TL Zucker

  • 5 EL Öl

Zubereitung:

  1. Kartoffeln garen, leicht abkühlen lassen, sofort pellen und in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Salzen und pfeffern.

  2. Brühe ansetzen.

  3. Zwiebel fein würfeln, in die sehr heiße Brühe geben und mit Essig, Senf, Salz, Pfeffer und Zucker würzen.

  4. Die heiße Marinade über die Kartoffeln gießen und mindestens eine Stunde ziehen lassen.

  5. Dann erst das Öl zugeben und vorsichtig vermengen, noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  6. Variationen zum süddeutschen Kartoffelsalat sind wie folgt: 1/2 fein gewürfelte Salatgurke oder ein hart gekochtes Ei oder kross gebratene Speckwürfel oder Petersilie zugeben.