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Karten von Amazon und dem ADAC werden wertlos - Die Landesbank Berlin zieht sich aus dem Kreditkartengeschäft zurück

·Lesedauer: 3 Min.

Die Landesbank Berlin LBB zieht sich von den Anbietern, dem Onlineversandhändler Amazon und dem Automobil-Club ADAC zurück. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der ADAC hat etwa 1,3 Millionen Kreditkarten ausgegeben, Amazon etwa eine Million weitere. Somit verlieren rund 2,5 Millionen Kartenbesitzer ihre Bank. Der Amazon-Vertrag läuft nicht vor dem 31. Dezember 2022 aus und der ADAC-Vertrag erst Ende 2023. Bis dahin sind die Karten noch gültig und die Kunden haben Zeit, sich für einen neuen Anbieter zu entscheiden.

So geht es jetzt weiter

"Ab 2023 werden wir das ADAC-Kreditkartenprogramm als eines der führenden Co-Branding-Programme mit einem neuen Kooperationspartner weiterführen. Die zugehörigen Produkte und Services werden wir auch künftig an den Erwartungen unserer Mitglieder ausrichten. Wir planen, die bisherigen Leistungen nahtlos weiterzuführen und das Programm in der neuen Partnerschaft weiter auszubauen. Oberste Priorität haben dabei die Bedürfnisse und Erwartungen unserer Bestandskunden", berichtet Jörgen Helten, der Vorstand des ADAC.

 In Zukunft wird es also neue Karten von Amazon und ADAC geben. Natürlich ohne dem LBB-Logo der Landesbank Berlin. Bisher haben die Beteiligten noch keine Stellungnahme zu den Ereignissen abgegeben. Beide Anbieter suchen potenzielle neue Partner, zum Beispiel die Bank Barclays, die kostenlose Visa-Karten anbietet. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, gelten auch die Solarisbank, die Railsbank oder Starling inoffiziell als Interessenten.

Worauf man als Kunde jetzt achten sollte

Als Bestandskunde solltet ihr auf kleine Veränderungen achten, wie beispielsweise Fremdkapitalzinsen oder einen wechselnden Kreditrahmen, aber auch mögliche Leistungen wie Versicherungen und Kreditprogramme sowie Prämien im Auge behalten. Sollten sich die Konditionen ändern, besteht ein Recht auf Sonderkündigung. Nachdem der Lieferant festgelegt wurde, sollten die Vor- und Nachteile angesehen und die Konditionen verglichen werden. Aber erst einmal gilt: Ruhe bewahren. Da es noch keine offiziellen Informationen zum weiteren Verlauf gibt, solltet ihr abwarten, wie sich die Lage entwickelt.

Das plant die Landesbank Berlin für ihre Zukunft

Die Landesbank Berlin könnte ihr Kartengeschäft, das sich um Infrastruktur und Mitarbeiterakquise kümmern würde, irgendwann verkaufen, doch das erscheint derzeit weniger realistisch. Wahrscheinlich wird sie zukünftig wieder zur schlichten Sparkasse und zieht sich aus anderen Geschäftsmodellen zurück. Bisher gibt es keine offiziellen Erklärungen dazu. Ein Grund könnte jedoch sein, dass die "LBB" mit der deutschen Fluggesellschaft "Air Berlin" einen wichtigen Kunden verloren hat. Letztes Jahr wurde die Infrastruktur noch komplett erneuert und es hieß im Jahresabschluss, man wolle neue Kooperationspartner gewinnen.

Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, schrieb der Vorstand an seine Mitarbeiter: „Künftig werden wir uns ausschließlich auf unser Kerngeschäft als Hauptstadtsparkasse konzentrieren. Im Jahr 2025 wird die Berliner Sparkasse eine eigenständige und nachhaltig profitable Kundensparkasse sein – viel weniger komplex, im besten Sinne einfach, mit um ein Drittel niedrigeren Kosten und höheren Erträgen im Kundengeschäft.“

Was passiert mit Visa und Mastercard

 Visa, eine weltweite Kreditkartenorganisation und der offizielle Herausgeber der Karten hat keinen Einfluss auf die Konditionen und stellt der Bank lediglich das Zahlungssystem zur Verfügung. Die Bank stellt aus dem Angebot des Kreditkartenherausgebers ein Paket zusammen und leitet die Kreditkarten an den Kunden weiter. Die Konkurrenz zwischen den Zahlungsdienstleistern Mastercard und Visa könnte wieder härter werden. Anfang diesen Jahres konnte Mastercard die Deutsche Bank mit 10 Millionen Kunden gewinnen. Daher muss Visa aufpassen, nicht noch mehr Kunden an ihren Konkurrenten zu verlieren.

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