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Kaputte Panzerhaubitzen im Ukraine-Krieg: Wie Deutschland hinter den Kulissen die wichtige Waffe zu reparieren versucht

Eine deutsche Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr schießt mit Übungsmunition bei einer multinationalen Artillerie-Feuerübung der US-Armee mit knapp 2400 Soldaten aus 19 Nationen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern. - Copyright: picture alliance/dpa | Daniel Löb
Eine deutsche Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr schießt mit Übungsmunition bei einer multinationalen Artillerie-Feuerübung der US-Armee mit knapp 2400 Soldaten aus 19 Nationen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern. - Copyright: picture alliance/dpa | Daniel Löb

Nach monatelangem Diskussionen um schwere Waffen hatten Deutschland und die Niederlande Mitte Juni zunächst zwölf und Ende Juli nochmals drei Panzerhaubitzen an die Ukraine geliefert, die seit dem im Krieg gegen die russischen Besatzungstruppen zum Einsatz kommen.

Die Artillerie-Waffe ist für die Ukraine strategisch wichtig, kann sie doch über mindestens 30 Kilometer bis zu sechs Geschosse auf unterschiedlichen Flugbahnen punktgenau ins Ziel bringen. Gerade für einen Stellungskrieg wie in der Ukraine bringt das enorme Vorteile. Laut Berichten sind die ukrainischen Soldaten voll des Lobes, berichten über eine Abnahme der russischen Attacken überall dort, wo die Panzerhaubitze zum Einsatz kam.

Problem nun: Von den 15 sind offenbar inzwischen zehn nicht mehr einsatzfähig. Das berichtete die Woche der FDP-Verteidigungspolitiker Marcus Faber nach einem Besuch in der Ukraine, berief sich dabei auf Informationen aus dem ukrainischen Verteidigungsministerium. Als Grund nannte er, die Waffen „massiv genutzt“ würden. Zudem seien zwar Ersatzteilpakete mitgeliefert worden, „aber offensichtlich nicht immer das Richtige“, zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland Faber.

Artillerie-Waffen nutzen sich zu schnell ab

In der Tat ist nach Informationen von Business Insider ein Großteil der Waffen nicht mehr einsatzfähig, sind aber prinzipiell noch funktionstüchtig. Die Gründe für den Ausfall sind offenbar aber vielschichtig: Aus Regierungskreisen heißt es, dass die gelieferten Panzerhaubitzen in Deutschland zwar auf die Verwendung französischer und US-amerikanischer Munition umprogrammiert wurden. Die Munitionsrückstände nach dem Abfeuern sind unter Kriegsbedingungen aber offenbar größer als angenommen. Allein das soll bei den Hightech-Geräten offenbar zu technischen Schwierigkeiten führen. So fehlen offenbar tatsächlich Ersatzteile. Dazu soll es auch Bedienfehler geben, was Experten auf die extrem kurze Ausbildungszeit der ukrainischen Soldaten zurückführen.

Fakt ist: Die bisherige technische Fern-Unterstützung durch die Artillerieschule in Idar-Oberstein reicht offenbar nicht mehr, um die Waffen zu reparieren. Nach Informationen von Business Insider prüft die Industrie und die Bundesregierung nun Reparaturen der Geräte in westlichen Nachbarländern der Ukraine, da deutsche Techniker auf keinen Fall den Job in der Ukraine übernehmen sollen. Dies könnte von Russland als Kriegsbeteiligung gewertet werden, so die Sorge.

Bis wann realistisch eine Lösung gefunden ist, lässt sich laut Regierungskreisen noch nicht sagen. Fakt ist aber: die Zeit drängt. Trotz der Explosion auf einer russischen Militärbasis auf der Krim, die trotz anderslautender russischer Meldungen westliche Experten als erfolgreiche Militäraktion der Ukraine werten, kann das russische Militär im Osten und Süden Erfolge vermelden.

Das russische Militär hat nach ukrainischen Angaben bei schweren Angriffen in der Ostukraine Fortschritte erzielt. "Beim Vorstoß in Richtung Horliwka - Sajzewe hatte der Feind teilweise Erfolg", teilte der ukrainische Generalstab am Freitag in seinem Lagebericht mit. Die Großstadt Horliwka nördlich von Donezk wird bereits seit 2014 von den prorussischen Separatisten kontrolliert. Nun wurden offenbar die stark befestigten ukrainischen Stellungen nördlich der Stadt im Donbass gestürmt.

Kämpfe wurden auch vor Donezk und südlich des Verkehrsknotenpunkts Bachmut gemeldet, der Teil des Verteidigungswalls um den letzten von Kiew kontrollierten Ballungsraum im Donbass, Slowjansk - Kramatorsk, ist. In beiden Fällen halten die Gefechte den ukrainischen Angaben nach an, während sie an anderen Stellen zurückgeschlagen worden seien. Unabhängig lassen sich die Berichte nicht überprüfen.

Mit Material der dpa