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Furcht vor Sanktionen? Kapitän einer Oligarchen-Yacht beorderte Besatzung, innerhalb von 48 Stunden den Hafen von Barcelona zu verlassen

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Die Superyacht Galactica Super Nova von Vagit Alekperov.
Die Superyacht Galactica Super Nova von Vagit Alekperov.

Der Kapitän der Superyacht eines russischen Oligarchen gab der Besatzung 48 Stunden Zeit, um einen Tag nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine von einem spanischen Hafen aus in See zu stechen, berichtete die Tageszeitung "Wall Street Journal".

Das 70-Meter-Schiff, die "Galactica Super Nova", ist 80 Millionen US-Dollar wert und gehört Vagit Alekperow, wie die Website "SuperYacht Fan" berichtet. Alekperow, der Vorsitzende des russischen Ölkonzerns Lukoil, hat laut dem "Bloombergs Billionaires Index" ein geschätztes Nettovermögen von fast 23 Milliarden Dollar. Gegen ihn sind keine Sanktionen verhängt worden. Die Yacht habe Ende Februar in einem Hafen in Barcelona vor Anker gelegen, berichtete die Zeitung.

Am 25. Februar, einen Tag, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin seine Truppen in die Ukraine beordert hatte, teilte der Kapitän der "Galactica Super Nova" seiner Besatzung mit, sie solle sich darauf vorbereiten, in 48 Stunden in See zu stechen. Das sagte eine Person, die sich zu diesem Zeitpunkt auf der Yacht befand, der Zeitung. Der Kapitän sei im Urlaub gewesen und extra früher auf das Schiff zurückgekehrt. "Wir werden am Sonntag auslaufen", soll der Kapitän zu seinen Mitarbeitern gesagt haben. Die Yacht sei noch am folgenden Tag ausgelaufen, einen Tag früher als geplant, so der Bericht.

Die "Galactica Super Nova" kam demnach am 1. März im Hafen von Tivat in Montenegro an, verließ diesen aber am folgenden Tag, nachdem die Regierung des Landes angekündigt hatte, Sanktionen der Europäischen Union zu verhängen – und das, obwohl Montenegro kein EU-Mitglied ist. Als die Yacht Tivat verließ, hörten ihre Ortungssignale auf. Das könnte bedeuten, dass sie bewusst dem Tracking entzogen werden sollte. Die Schiffsverfolgungs-Website "MarineTraffic" zeigte am Mittwoch noch an, dass sich die "Galactica Super Nova" vor der Küste Montenegros befand.

Obwohl gegen Alekperow noch keine Sanktionen verhängt worden sind, haben ihn die USA in die Liste der Politiker und Oligarchen mit engen Beziehungen zu Putin aufgenommen. Und das wieder mache seine Yacht zu einem möglichen Ziel für künftige Sanktionen, schrieb die "The Wall Street Journal".

Dieser Text wurde von Lisa Ramos-Doce aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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