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Kanzleramtschef: Müssen alle vorsichtiger sein als beschlossen

·Lesedauer: 1 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Kanzleramtsminister Helge Braun hat die Bevölkerung aufgerufen, im Kampf gegen die Corona-Pandemie mehr zu tun als nun von Bund und Ländern vereinbart. Die Beschlüsse seien ein wichtiger Schritt, würden aber vermutlich nicht ausreichen, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Und deshalb kommt's jetzt auf die Bevölkerung an. Dass wir nicht nur gucken: Was darf ich jetzt? Sondern wir müssen im Grunde genommen alle mehr machen und vorsichtiger sein als das, was die Ministerpräsidenten gestern beschlossen haben."

Es könne jetzt überhaupt keine Frage mehr geben, "dass das jetzt der Beginn einer sehr großen zweiten Welle ist", führte Braun aus. "Und am Anfang dieser zweiten Welle haben wir es in der Hand, diese Infektionen aufzuhalten." Er warnte, wenn die Infektionen hochgingen, leide am Ende auch die Wirtschaftskraft.

Aus Sorge vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung der Corona-Pandemie verschärfen Bund und Länder die Gegenmaßnahmen in Hotspots. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten sich am Mittwoch auf einheitliche Regeln für Städte und Regionen mit hohen Infektionszahlen verständigt. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Mit Blick auf die Debatte über umstrittene Beherbergungsverbote für Reisende aus deutschen Corona-Risikogebieten sagte Braun: "Jetzt ist nicht die Zeit für Reisen, sondern jetzt ist die Zeit, die Kontakte deutlich zu reduzieren." Der Kanzleramtschef verwies auf Ausführungen des Leiters der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, Michael Meyer-Hermann, beim Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin. "Der hat uns anhand der Modellierungen vorgerechnet: Wir müssen im Grunde genommen alle unsere Kontakte halbieren", sagte Braun.