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Spanien-Gewerkschaft kritisiert Gamesa-Pläne von Siemens Energy

(Bloomberg) -- Spanische Gewerkschaften werfen der Siemens Energy AG vor, bei der Komplettübernahme der Windenergiesparte Gamesa keine Rücksicht zu nehmen auf Arbeitsplätze und Werke in Spanien. Laut einem Bloomberg vorliegenden Dokument, das die spanischen Gewerkschaften bei der Aufsicht eingereicht haben, habe München “keinerlei Bekenntnis zur Aufrechterhaltung einer industriellen Struktur in Spanien” oder der davon abhängigen Arbeitsplätze abgegeben.

Dem Dokument zufolge sollen drei Werke der Siemens Gamesa Renewable Energy SA im Land bereits geschlossen worden sein. Die Produktion von Turbinenschaufeln sei nach Portugal verlagert worden, um die Arbeitskosten zu senken. Siemens Energy erwägt nach Gewerkschaftsangaben zudem den Verkauf von zwei Komponenteneinheiten, die rund 1.400 Mitarbeiter beschäftigen.

Ein Sprecher von Siemens Energy lehnte gegenüber Bloomberg eine Stellungnahme ab. Die Einreichung der spanischen Gewerkschaften kam zeitgleich mit der Ankündigung von Siemens Energy, dass das Management und Arbeitnehmervertreter von Siemens Gamesa die Übernahmeofferte unterstützen.

Siemens Gamesa hat Anfang 2022 den dritten Jahresverlust in Folge berichtet. Die Sparte leidet unter Engpässen in der Lieferkette, steigenden Rohstoffpreisen sowie Kostenüberschreitungen im Onshore-Geschäft. Siemens Energy lässt sich die Übernahme des 33%-Gamesa-Anteils, den der Konzern noch nicht besitzt, 4 Milliarden Euro kosten.

“Vielleicht habe ich [die strukturellen Probleme] nicht eingehend genug angeschaut”, räumte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch mit Blick auf seinen Start an der Konzernspitze 2019 ein. ”Das ist etwas, was ich heute anders machen würde”, sagte er am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zu den Konzernergebnissen des abgelaufenen Geschäftsjahres. “Die derzeitige Struktur mit unserem 67%-Anteil macht Entscheidungen außerordentlich kompliziert und langsam in einem Markt, in dem man schnell reagieren muss.”

Siemens Gamesa hat angekündigt, weltweit fast 3.000 Arbeitsplätze zu streichen. Das Management erwägt die Veräußerung von nicht strategisch wichtigen Vermögenswerten in Spanien und die Verlagerung von Produktionszentren bei gleichzeitigem Abbau weiterer Arbeitsplätze.

Überschrift des Artikels im Original:Siemens Energy’s Spanish Plans Are Meeting Union Pushback (1)

(Ergänzt um Gamesa-Unterstützung für Übernahme)

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